SV Trevesen
Nur Frauen, aber auch Männer

Mit der Einweihung des Spielplatzes haben die SV-Frauen , Monika König, Vorsitzende Beate Sporrer, Tanja Wegmann, Carolin Dumler und Juliane Hecht (von links) im vergangenen Jahr eine Baustelle abschlossen. Wie Werner Schultes und Jürgen Bäuml (hinten von links) hoffen sie, im Haus der Vereine bald die nächste Maßnahme angehen zu können. Bild: luk
Freizeit
Pullenreuth
08.07.2016
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Was die Vereine angeht, unterscheidet sich Trevesen kaum von anderen Orten. Feuerwehr, Obst- und Gartenbauer, Katholischen Frauenbund, Landjugend und seit 1992 wieder einen Sportverein. Doch der fällt aus dem Rahmen.

Trevesen. Der SV-Führungsriege gehören ausnahmslos Frauen an. Seit gut zehn Jahren steht Beate Sporrer an der Spitze. Ihr gehören außerdem ihre Schwester Carolin Dumler, Katrin und Monika König, Tanja Wegmann, Juliane Hecht, Elisabeth Fenzl und Übungsleiterin Lydia König an, die in ihre Aufgaben "irgendwie reingewachsen sind". "Wir haben den schöneren Vorstand", lacht Wegmann. Aber sonst sehen sie und ihre Mitstreiterinnen in dieser Besetzung nichts Ungewöhnliches im Vergleich zu anderen Vereinen. Bereits zur Wiedergründung 1992 führte eine Frau Regie: Anneliese Engelbrecht. Mehr noch: Unter den 40 Gründungsmitgliedern waren überhaupt keine Männer, berichtet Wegmann, die seit 2002 über die Finanzen wacht.

Halbes Dorf Mitglied


Damals habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, "weil es sportlich nichts gab". Was den Start erleichterte, waren 600 Mark, die noch vom 1962 stillgelegten Verein übrig waren. Inzwischen gehört dem Sportverein fast halb Trevesen an. 125 Personen zählt Sporrer: 55 Frauen, 27 Kinder und 33 Männer.

Warum das "starke Geschlecht" in der größten Gemeinschaft des Orts vergleichsweise schwach vertreten ist, erklärt die Vorsitzende mit dem Angebot. Als Sparten gebe Stepp-Aerobic, Walken und bislang Mutter-Kind-Turnen - wegen der vielen Kleinkinder im Verein. Um all das kümmerst sich Lydia König seit 1994. Im September sollen noch ein Kinderturnen sowie ein Selbstverteidigungskurs mit Thomas Wegmann starten.

"Aber Sport für Männer können wir nicht anbieten", bedauert Sporrer. Eine Zeit lang habe im SV eine Männergruppe Volleyball gespielt, erinnert sich Jürgen Bäuml, ein ehemaliges Vorstandmitglied. Doch als diese nach dem Umzug der Sonderschule die Turnhalle nicht mehr nutzen konnte, war es auch damit vorbei. Zwar gebe es noch einen Sportplatz, doch auf dem spiele und trainiere der SV Riglasreuth. "Allerdings haben wir die Option, ihn selbst zu nutzen."

Doch an die Gründung einer Fußballmannschaft verschwenden die Verantwortlichen keinen Gedanken. "Das ist nichts für Trevesen, da die Männer bereits in anderen Vereinen sind", meint Sporrer. Zum Beispiel in der Feuerwehr. Dort liegt deren Anteil quasi bei 100 Prozent.

Der gehört auch Werner Schultes an, der sich im SV unter anderem als Kassenprüfer engagiert. Er und Bäuml loben die Frauen: "Der SV ist der aktivste Verein" im Ort. Daher sei er froh, "dass sie es damals gemacht haben". Und dass beide in der Minderzahl sind, stört ihn nicht. "Angst habe ich keine", scherzt Schultes.

Einen festen Termin für die Vorstandstreffen gibt es nicht. Wenn allerdings Veranstaltungen wie die jährliche Faschingsparty, der Faschingsumzug mit den Kindern oder die Familienwanderung anstehen, komme man vorher zur Absprache zusammen, erklärt Sporrer. Auf diese Weise hat die Führungsriege auch das 20. Jubiläum vor vier Jahren oder heuer den erstmals angeboten Brunch mit 75 Teilnehmern gestemmt. Doch hier kann sie sich auf die Unterstützung anderer Vereine und der Ehemänner verlassen, die - wie Schriftführerin Monika König versichert - "gleich zur Stelle sind". Diese müssten "bei allen Veranstaltungen mithelfen, ausschenken, grillen oder zu Hause auf die Kinder aufpassen", erläutert Sporrer halb im Spaß die Aufgabenverteilung.

Spielplatz kein Kinderspiel


Eine Gemeinschaftsproduktion war auch 2015 die Anlage eines Spielplatzes neben dem Haus der Vereine, in dem der einzige Übungsraum untergebracht ist. Eigentlich sei nur ein Holzturm mit Rutsche geplant gewesen, doch "das hat mit den Vorschriften nicht hingehauen". So sei dann doch ein ganzer Spielplatz entstanden. Jedoch nur dank der Hilfe der anderen Vereine, der Gemeinde Pullenreuth sowie von Bürgermeister Hubert Kraus, denn "wir haben das finanziell unterschätzt", gibt Monika König zu. Da alle mit angepackt haben, konnte aber bei der Maifeier im Vorjahr Einweihung gefeiert werden.

Ein Wunsch ist der Ausbau des Dachgeschosses im Haus der Vereine. Bislang sind dort die Sportgeräte gelagert, die fürs Kinderturnen immer ein Stockwerk weiter nach unten gebracht werden müssen. Eventuell könne man dann dort etwas für die Männer anbieten. Möglicherweise hat sich inzwischen etwas getan. Der SV hat am Freitagabend mit der Gemeinde über die Zukunft des Vereinshauses, das der Förderverein Trevesen vor 18 Jahren gekauft hat, verhandelt. In dem ehemaligen Wohnhaus, in dem Sporrer und Dumler aufgewachsen sind, und das die Sonderschule zwischenzeitlich als Werkraum genutzt hat, müsste unter anderem am Dach und an der Heizung einiges gemacht werden.
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