Breites Themenpotpourri

Zahlreiche Autoren stellten ihre Beiträge zum 22. Band "Wir am Steinwald" persönlich vor. Vorsitzender Norbert Reger (Dritter von links) konnte dazu auch die "Zupfer Moidln" begrüßen. Bild: lpp
Lokales
Pullenreuth
02.12.2014
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Die Geschichte der Heimat erforschen, Vergessenes lebendig machen und Hintergründe aufzeigen, das ist das Ziel der Schriftenreihe "Wir am Steinwald". Der 22. Band zeigt unter anderem, was es mit "Schtruz" und "Driml" auf sich hat.

Zusammen mit den Autoren präsentierte der Vorsitzende der Gesellschaft Steinwaldia, Norbert Reger, im Marktredwitzer Haus das 200 Seiten starke Werk. Musikalisch unterhielten die "Zupfer Moidln" aus Neustadt das Publikum.

Der Steinwald als naturnaher Lebensraum beherrscht das Titelblatt. Eine urwüchsige, tiefgrüne, intakte Landschaft mit knorrigen, starken Bäumen prägt das Bild. Dem Ruin und der Zerstörung preisgegeben wäre diese intakte Natur, sollte die sogenannte Monstertrasse mit all ihren Folgen durch den Steinwald gezogen werden.

Dagegen wehrt sich die Gesellschaft Steinwaldia, zusammen mit der Bürgerinitiative "Steinwald sagt Nein" und weiteren Gegnern. Nicht nur Worte, sondern ein "Drache", der die Rückseite des Buches ziert, sollen dabei wirksame Waffen sein. Und vielleicht auch der von Harald Primitz beschriebene "Geist auf der Schleif". Breiten Raum nimmt eine ausführliche Abhandlung zu diesem hochaktuellen Thema von Dietmar Gärtner und Wolfgang Schödel im Buch ein.

Neue und erfahrene Autoren zeichnen mit Schriftleiter Markus Reger , Vorsitzendem Norbert Reger und Lektor Peter Wildgans verantwortlich für den Inhalt. Intensive Forschungen zur Glasschleif-Geschichte in der Region betreibt Adalbert Busl seit vielen Jahren. Seine neuen Erkenntnisse finden im Buch ausführlich Platz. Hermann Michl hat in seinen Erinnerungen geblättert und beschreibt sein Jugendleben mit all den Beschwernissen der damaligen Zeit.

Von der unermüdlichen Arbeit, die die Fichtelnaab seit alters her von der Quelle bis zur Mündung leisten muss, erzählt Johann Spörrer . Ob in früheren Zeiten der Antrieb der Eisenhämmer, Mühlen und Glasschleifen oder in neuester Zeit der Betrieb der Elektroturbinen - immer wird die Wasserkraft benötigt. Eine Theorie über die Herkunft des Ortsnamen "Erbendorf" stellt Hans Grünwald zur Überlegung und bringt den Namen, der sich in der Vergangenheit oft geändert hat, mit einem Adler, dem Wappentier in fränkischen Siedlungen in Zusammenhang. Die alljährliche heimatkundliche Wanderung der Steinwaldia führte 2014 vom Armesberg nach Waldeck. An den Ruinen der einstmaligen Michaelskapelle gab Andreas Schultes Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Gebäude.

Michael Neubauer widmet sich diesem Thema intensiver. Er stellt die Michaelskirche auch in Bezug auf die Verehrung des Heiligen in Gagano in Italien und plädiert für eine "Sichtbarmachung" der Anlage, in welcher Form auch immer. Auch der ganze Verlauf der Wanderung bis nach Waldeck ist im Buch nachzulesen. Claudia Lippert hat die Route skizziert.

Direkt schmackhaft wird es im "Rezept meiner Oma" von Christa Vogl . Aber wieviel ist ein "Schtruz" oder ein "Driml"? Und wie entstehen daraus die heißgeliebten Buchteln? Um die alte Tradition des Kommunbrauwesens in Waldershof geht es bei Christa Besold . Harald Primitz macht sich auf die Suche nach der fast vergessenen Badeanstalt in der Kösseinestadt. Mit den Fuchsmühler Holzrechten befasst sich Erich Schraml ebenso wie mit dem Kriegerdenkmal in seiner Gemeinde.

Um "Humor im Pullenreuther Gottesreich" und den heilkundigen Pfarrer Ketterer geht es in einem weiteren Beitrag. Gedichte, Geschichten und feine Zeichnungen steuerte Rudolf Arndt in gewohnt feinsinniger Weise bei. Der Tätigkeitsbericht über das Vereinsleben und Informationen zum derzeit entstehenden Anbau auf der Schleif schließen das Werk ab.

"Sie haben wieder die ganze Palette abgedeckt", würdigte Landrat Wolfgang Lippert das breit gestreute Themenpotpourri. Bürgermeister Hubert Kraus aus Pullenreuth freue sich über die Arbeit der Steinwaldia. Kreisheimatpfleger Robert Schön kündigte für den nächsten Band eine Abhandlung mit den neuesten Erkenntnissen über die sogenannte Klausenkirche bei Dechantsees an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hohenhard (87)Dezember 2014 (1863)
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