"Ich möchte nochmal 50 sein"

Fröhlich und guter Dinge feierte Emma Schultes (vorne sitzend) ihren 100. Geburtstag (im Hintergrund ihr über 200 Jahre altes Geburtshaus). Gartulanten waren (von links) Bürgermeister Hubert Kraus, Pfarrer Dr. Dr. Josef Waleszczuk, Norbert Reger, Tochter Rita Franz, Pfarrgemeinderatssprecherin Irene Ritter, Enkeltochter Karin, Landrat Wolfgang Lippert, Urenkelin Sabine, Schwiegersohn Richard Franz, Enkel Thomas und Gabriele Hawranek. Bild: lpp
Lokales
Pullenreuth
27.04.2015
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Ihren Humor hat sich Emma Schultes trotz mehrerer Schicksalsschläge bewahrt. Die älteste Einwohnerin der Gemeinde Pullenreuth feierte jetzt 100. Geburtstag. Dabei verriet sie Landrat Wolfgang Lippert ihr Geheimnis, so lange gesund zu bleiben.

"Immer arbeiten", beantwortete Emma Schultes lachend die Frage von Landkreischef Wolfgang Lippert, der sich wie der Rest der Familie zum Gratulieren eingefunden hatte. Und gearbeitet hat die Arnoldsreutherin immer, in der Landwirtschaft, im Garten und zuletzt im Haushalt. Erst seit etwa einem Jahr kocht sie nicht mehr selbst.

"Ich möchte noch einmal 50 sein", sagte die Jubilarin bei ihrer Geburtstagsfeier und blickte mit den Gästen zurück auf ihr arbeitsreiches Leben, das von großen Umbrüchen begleitet war. Die Einführung der Elektrizität, der Bau der Wasserleitung, der erste Fernseher und viele weitere technische Fortschritte erlebte die Jubilarin.

Sie wurde als Tochter von Hans und Lina Burger in Arnoldsreuth geboren und wuchs mit zwölf Geschwistern auf. Die Schule besuchte sie in Pullenreuth. Als Zehnjährige erholte sie sich wieder von einem Schlangenbiss. Schon 1929 verdingte sie sich als Magd, zuerst bei einem Metzger und kurz darauf bei einem Bauern in Steinbühl. Dort heiratete sie auch Ignaz Hederer, der 1944 im Zweiten Weltkrieg fiel. Aus der Ehe ging Tochter Christa, die in Ebnath lebt, hervor.

Auch ein Bruder der Jubilarin fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer, so dass Schultes ins Elternhaus zur Mutter zurückkehrte, um dort die Landwirtschaft zu führen. 1946 heiratete sie Josef Schultes aus Napfberg, der zeitweise im Waldhaus im Steinwald gewohnt hatte. Ihm gebar sie die Töchter Maria und Rita, bei der die Jubilarin heute lebt.

1966 zog die Familie ins neu erbaute Wohnhaus. 1978 verstarb mit nur 57 Jahren Ehemann Josef. Der gelernte Steinhauer hatte zuletzt als Forstfacharbeiter gearbeitet.

Für die Gemeinde Pullenreuth gratulierte Bürgermeister Hubert Kraus mit Blumen. Pfarrer Dr. Dr. Josef Waleszczuk und Pfarrgemeinderatssprecherin Irene Ritter waren für die Pfarrei St. Martin gekommen. Das einfache, genügsame Leben von Emma Schultes war stets geprägt von Frömmigkeit und ihrem Glauben. "Wenn ich zu Besuch komme, liest Emma Schultes oft die Zeitung", berichtete Pfarrer Waleszczuk.

Zum 100. Geburtstag gratulierte neben Verwandten und Nachbarn schriftlich auch Bundespräsident Joachim Gauck. Zur Großfamilie gehören neben den drei Töchtern mit Schwiegersöhnen inzwischen neun Enkel, neun Urenkel und sechs Ururenkel.
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