Lohnt sich der Aufwand?

Lokales
Pullenreuth
24.10.2014
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Die Grabgebühren steigen leicht, beim Wasser bleibt alles beim alten. Dies ist das Ergebnis einer Diskussion im Gemeinderat. Grund war die jüngst geänderte Abschreibungsmöglichkeit von kommunalen Einrichtungen.

Friedhof, Abwasser- und Wasserversorgungsanlage standen im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatsitzung. Dabei ging es um die Berechnung der Abschreibung auf den Wiederbeschaffungszeitwert (WBZ).

Bürgermeister Hubert Kraus informierte, dass künftig bei der Berechnung der entsprechenden Gebühren nicht mehr nur die Anschaffungs- und Herstellungskosten, sondern alternativ auch die Wiederbeschaffungskosten abgeschrieben werden können. Dies solle Kommunen ermöglichen, finanzielle Reserven für künftige Investitionen zu bilden. Der Gemeinderat beauftragte deshalb in der September-Sitzung die Verwaltung, hierzu eine detaillierte Berechnung vorzunehmen.

Für den Friedhof ergibt sich demnach eine Abschreibung auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 710,42 Euro pro Jahr und auf Grund des Wiederbeschaffungszeitwertes eine Abschreibung in Höhe von 1005,50 Euro.

Urnengrab 12 Cent teurer

Die Differenz von 295,08 Euro würde eine Erhöhung der Grabgebühren beim Urnengrab von 0,12 Euro, beim Kindergrab 0,12 Euro, beim Reihengrab 0,28 Euro, beim Familiengrab (zwei Plätze) 0,82 Euro, beim Familiengrab (drei Plätze) 1,22 Euro und beim Familiengrab (vier Plätze) 1,63 Euro jährlich ergeben. Diese zusätzliche Gebühr bei einer Abschreibung auf Wiederbeschaffungszeitwert würde zu den Gebühren der einzelnen Grabstätten hinzugerechnet.

Im Gremium gab es bei der Diskussion ein Für und Wider. Vor allem tauchte die Frage auf, ob sich der Verwaltungsaufwand für diese geringfügigen Beträge eigentlich lohne. Neun Gemeinderäte sprachen sich bei der Abstimmung für eine Abschreibung auf den Wiederbeschaffungszeitwert aus, vier votierten dagegen. Damit werden künftig die Grabgebühren für den Pullenreuther Friedhof geringfügig steigen.

Anders verhielten sich die Räte bei den Abwasser- und Wassergebühren. Bei der Abwasseranlage ergibt sich bei der Abschreibung auf Anschaffungs- und Herstellungskosten ein jährlicher Betrag von 85 445,30 Euro und aufgrund der Wiederbeschaffungszeitwerte ein Betrag von 110 511,86 Euro.

Die Differenz von 25 066,56 Euro würde bei einem jährlichen Abwasseranteil von 46 000 Kubikmetern zu einer zusätzlichen Erhöhung der Abwassergebühr von 0,54 Euro pro Kubikmeter führen. Aktuell beträgt die Abwassergebühr der Gemeinde Pullenreuth 2,29 Euro pro Kubikmeter.

Auch bei den Wassergebühren würde es zu einer Erhöhung kommen, denn die Differenz zwischen der bisherigen Abschreibung auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten und die künftige Abschreibung mit den Wiederbeschaffungszeitwerten beträgt 19 428,24 Euro. Bei einem Wasserverbrauch wie im Jahr 2013 mit zirka 82 000 Kubikmetern würde es zu einer Erhöhung der Wassergebühr von 0,24 Euro pro Kubikmeter kommen. Aktuell beträgt die Wassergebühr 1,63 Euro pro Kubikmeter.

Belastung für Familien

In der Diskussion sprach sich zweite Bürgermeisterin Gabi Hawranek gegen eine Einführung nach der neuen Regelung aus, denn sie würde eine weitere Belastung der Familien mit sich bringen. Dritter Bürgermeister Robert Bauer verwies auf künftige Investitionen, die dann bei den in der Zwischenzeit gebildeten Rücklagen leichter zu stemmen wären.

Bei der Abstimmung wurde mit 7:6 Stimmen die Aufnahme der Wiederbeschaffungszeitwerte in die künftige Kalkulation sowohl bei den Abwasser- als auch bei den Wassergebühren abgelehnt, so dass es bei den bisherigen Gebühren bleibt.
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