Montessori-Heilpädagogin Waltraud Prischenk referiert bei Elternabend über Persönlichkeit des ...
Leben mit allen Sinnen erforschen

Waltraud Prischenk baute praktische Übungen in ihren Vortrag beim Elternabend ein. Bild: lpp
Lokales
Pullenreuth
25.11.2014
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"Persönlichkeit entfalten - Gemeinschaft erleben" stand als Thema über einem Elternabend, zu dem das Kinderhaus Steinwaldzwerge auf Verwaltungsgemeinschaftsebene eingeladen hatte. Im Rathaussaal referierte dazu die Erzieherin Waltraud Prischenk. Sie hat sich im Laufe der Zeit zur Montessori-Heilpädagogin und heilpädagogische Förderlehrerin weitergebildet und ist auch vor Ort im Kinderhaus eingebunden.

Vor allem Kinder betroffen

"Jede Blume möchte in einem Blumenstrauß eingebunden sein", verdeutlichte Prischenk das eigenständige Individuum im Rahmen einer sozialen Gesellschaft. Die emotionale Schiene bei der Entwicklung sei ein grundlegendes Element für das Lernen und die Entwicklung von sozialen Fähigkeiten. In einer sich ändernden Gesellschaft, die aus Personen verschiedener Nationen und Kulturkreise besteht, stelle sich die Frage, wie man damit umgeht. Auch und vor allem Kinder sind davon betroffen.

Jeder wünsche sich Gemeinschaft und möchte angenommen, geachtet werden. "Erziehen wir unsere Kinder in diesem Sinn." Einzigartig und unterschiedlich, also verschieden, sind die Menschen und die Kinder. Das bleibe ein lebenslanger Prozess, der jedoch für Kinder selbstverständlich sei, so Prischenk. Kinder entwickeln sich in anfangs überschaubaren Gemeinschaften wie Familie, Kindergarten, Schule und anschließend in der Gesellschaft.

Jedes Kind hat Bauplan

Um zusammenleben zu können, benötigt man ein gewisses Werteverständnis, die Fähigkeit, sich emotional ausdrücken zu können und eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen. Selbstvertrauen und Zufriedenheit gehören hier ebenfalls dazu. Erst wenn ein Kind auch über den nötigen "Gefühlswortschatz" verfüge, könne es sich entsprechend ausdrücken. Emotionale Zufriedenheit stellt ein Fundament für das Lernen mit Freude und Erfolgserfahrung dar. Nach Maria Montessori trage jedes Kind seinen eigenen Bauplan in sich. An den Eltern liege es, das Umfeld dafür zu schaffen, damit das Kind vom Konkreten zum Abstrakten kommen könne. Mit allen Sinnen gelte es, das Leben zu erforschen, Unterstützung von den Eltern könne es durch gemeinsames Kochen oder durch den Aufenthalt in der Natur erhalten.

Auf die Stärken der Kinder achten und diese benennen, sich Zeit für sie zu nehmen, ihnen zuhören, Strukturen, Rituale und Grenzen aufzeigen und Hilfestellung zur Selbsthilfe fördern die Persönlichkeit des Kindes. Zusammen in eine Richtung arbeiten, die Kraftpole im Leben des Kindes erkennen, Gefühle ausdrücken und beschreiben sowie das Spiel mit anderen Kindern und vor allem viel Liebe und Vertrauen stärken die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.

Kinderhausleiterin Sabine Schinner dankte der Referentin, die im Vortrag die Eltern auch zum Mitmachen aufgefordert hatte, mit einem Präsent.
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