Raith-Schwestern begeistern beim Auftritt an der Burgruine Weißenstein
Immer gegen den Blaimer

Die Raith-Schwestern Susi und Tanja und "da Blaimer" (vorne von links) traten zusammen mit Max Seelos (Schlagzeug) und Marco Klement (Bass) auf. Bild: lpp
Lokales
Pullenreuth
07.07.2015
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Hohe Temperaturen eine herrlich illuminierte Burgruine und kaum Mücken. Der Rahmen fürs Sommer-Open-Air der Gesellschaft Steinwaldia an der Burgruine Weißenstein war auch dank der Helfer perfekt - den Rest zum gelungenen Abend steuerten die Raith-Schwestern und ihre Band bei.

Frontfrau Tanja Raith erkor sich sofort zwei Herren aus den ersten Reihen zu Opfern. Martin und Christian mussten den ganzen Abend herhalten, ob es um Fernsehtypen, den Ü-50er oder Oldies ging. Im Bayerischen Wald aufgewachsen, kannten die Raith-Schwestern Musik erst einmal nur aus dem Radio. Ihre erste Single spielte "Der Kaffee ist fertig". Nachdem viele aus dem Publikum die Oldies nicht mehr kannten, präsentierten Tanja und Susi Raith La Montanara und die kleine Eva von den Flippers. "Schnucki, Mausi, Schatzi": Andi Blaimer besang dann seine Gattin Tanja.

Ewiges Lamentieren

Gegen das ewige Lamentieren gehen die Raith Schwestern mit dem Titel "Lach amal" an. Langjährige Beziehungen beleuchten sie im Lied "I hab di aus die Aug'n verlorn". Die Einstellung der Schwestern zur Treue ist sehr pragmatisch: "Ein Auto fährt man auch, bis es kaputt ist."Smartphone, Handy und Tablet macht Tanja Raith dafür verantwortlich, dass Jugendliche und Kinder Bäume und Sträucher nicht mehr kennen, jedoch die Kaffeekapselsorte von George Clooney. In langen Monologen zwischen den Liedern erinnert Tanja Raith an Resi-Schmalz-Küberl, dem Vorgänger der Tupperware. "Bei uns wurde nichts weggeworfen und die Lebkuchen auch im Sommer gegessen".

August-Frust

Nach einer Pause gibt der Blaimer eine kurze Einlage als Headbanger. "Mei bist du a schener", meint seine Frau dazu. Der Blaimer muss ohnehin viel aushalten, Anspielungen aufs Alter und das Eheleben. Dafür glänzt er wie Susi Raith mit der Gitarre und auf der Ukulele, wie auch Schlagzeuger Max Seelos und Bassist Marco Klement, Gründungsmitglied der Donikkls. Lang und breit erzählt Tanja vom Erfolg ihres "August-Frust-Songs" den sie Matuschke, dem Radiomoderator aus Weiden, verdanken. Kräftig singt das Publikum mit.

Verpackt in Pop, Rock, Reggae und Swing widmen sich die exzellenten Musiker Frau Depreschn und Herrn Börnaut. Es geht um Geld, Autos und Gucci-Brillen. "Wo wüllst den hi mit deim armseligen Leb'm?" Und nach Mord, Totschlag und Sexwerbung am schönsten Sonntagnachmittag bleibt nichts, als sich mit ihrem Titelsong "I mog's bunt" den Ärger von der Seele zu jodeln. Von Menschen die miteinander sprechen und aufeinander zugehen träumen die Raith-Schwestern .

Unkomplizierte Künstler

Mit "Du und I", einer Homage an den Blaimer wünscht sich Tanja Konstanten im Leben und erfüllt damit den Ruf nach einer Zugabe. Der Applaus zeigt, dass das Publikum den ersten Auftritt der Raith-Schwestern im Steinwald genossen hat. Lange Schlangen bilden sich bei der Signaturstunde am Sektstand, wo sich die Künstler ganz unkompliziert und volksnah den Besuchern widmen.
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