Rohstoff wächst nach

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Ufo-Landeplatz, ist die Biogasanlage der Bioenergiegenossenschaft Kemnath. Bild: lpp
Lokales
Pullenreuth
07.10.2015
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Die Freie Wählergemeinschaft Pullenreuth besuchte mit einer Abordnung die Biogasanlage der Bioenergiegenossenschaft Kemnath. Die Besucher informierten sich, wie dezentrale, nachhaltige Strom- und Wärmeerzeugung funktionieren kann.

Ely Eibisch, der Vorsitzende der Genossenschaft und Kreisrat der Freien Wähler sowie Obmann des Bayerischen Bauernverbandes, zeigte den interessierten Gästen die Biogasanlage. Die Bioenergiegenossenschaft Kemnath umfasst drei Genossenschaften: die Liefer-Genossenschaft, die Bioenergie-Genossenschaft und die Biogas-Genossenschaft. Die Liefergenossenschaft liefert Biomasse in Form nachwachsender Rohstoffe aus der Region, die sie von den beteiligten Landwirten im Umkreis von zehn Kilometern erhält.

Wärme und Strom

Diese Biomasse wird von der eigentlichen Bioenergiegenossenschaft zu Gas verarbeitet, aus welchem die Biogasgenossenschaft Wärme und Strom erzeugt und verteilt. Verteilt wird derzeit über zwei "Satellitenanlagen" an einen Industriebetrieb in Kemnath sowie Hallenbad, Mittelschule und Realschule Kemnath.

Satellitenanlagen sind Blockheizkraftwerke (BHKW), die da stehen, wo der Strom und die Wärme benötigt und verbraucht werden. Diese BHKW werden über die betriebseigene Gasleitung versorgt, welche eine Länge von rund drei Kilometern hat.

Derzeit sind 24 Landwirte beteiligt, die Anlage hat eine installierte Leistung von 1,9 Megawatt, versorgt 3000 Haushalte mit Strom und Wärme und wird flexibel betrieben, das bedeutet, der Strom wird dann produziert, wenn der Netzbetreiber ihn braucht. Zehn Arbeitnehmer sind in der Anlage beschäftigt.

In der Regel 28 Tage

Die Anlage selbst besteht aus zwei Fermentern, in denen die Biomasse langsam bei etwa 45 Grad fermentiert. Das dauert in der Regel 28 Tage. Dann wird noch einmal nachfermentiert, bevor es ins Endlager geht. Der gesamte Produktionsprozess ist computergesteuert und auftretende Meldungen regulieren sich selbst oder werden gemeldet. Die Besuchergruppe aus Pullenreuth mit zweiter Bürgermeisterin Gabriele Hawranek dankte Ely Eibisch für seine umfassenden Ausführungen.
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