Ungebetene Gäste fernhalten

Lokales
Pullenreuth
08.12.2014
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Die Zahl der Einbrüche nimmt rapide zu. Entsprechender Schutz dagegen ist daher ein aktuelles Thema. Der Bauernverband holte sich nun Rat - von einem Profi der Kriminalpolizei.

Viele praktikable Tipps und Ratschläge zur Sicherung des Eigentums vor Einbruch hatte Kriminalhauptmeister (KHM) Dieter Melzner von der Kripo Weiden bei einem Informationsabend im Gasthaus "Zum Dragoner" in Höll im Gepäck.

Alarm nicht ausreichend

Der Spezialist, der auf Einladung des Bauernverbandes in Höll sprach, räumte mit Vorurteilen auf. Man dürfe nicht der Meinung sein, dass es nichts zu holen gäbe, die Einbrecher nachts und überall hereinkämen. Keinesfalls sollte man versuchen, einen Einbrecher aufzuhalten. Auch Alarmanlagen seien nicht immer ein wirksames Mittel. Man müsse nur die Anfahrtszeit der Polizei bedenken, bis dahin könnte der Dieb über alle Berge sein. Wer sich in Sicherheit wiegt, er sei ja gut versichert, solle sich die Policen genau anschauen und die Obergrenzen überprüfen.

Wirksam sei laut Melzner eine aufmerksame Nachbarschaft, im Notfall der direkte und unmittelbare Draht zur Polizei unter 110 und eine offene und übersichtliche Gartengestaltung. Idealerweise sollte man sich eine detaillierte Wertsachenliste, belegt mit Fotos und Wertangabe, zulegen. Dies erleichtere im Fall der Fälle vor allem die Bezifferung des Schadens.

Türen nachrüsten

Melzner mahnte, Fenster immer ganz zu schließen: "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster." Technisch könne man sein Haus, den Hof oder die Wohnung mit Neuelementen ausstatten, ältere Fenster und Türen nachrüsten, Meldeanlagen und Kameraüberwachungen einbauen, die Außenanlage unter anderem beleuchten und sich Wertbehältnisse wie Tresore anschaffen.

Bei einem Neubau empfiehlt es sich, die DIN-Normen für den Einbruchschutz bei der Anschaffung von Fenstern und Türen zu beachten und eine einbruchhemmende Verglasung einzubauen. Der Austausch von Beschlägen, der Einbau von geeigneten Einsteckschlössern, Mehrfachriegel, Profilzylindern, Querriegeln, Vorlegestangen, Zusatzschlössern, Türspionen und (Video-)Sprechanlagen helfe, ungebetene Gäste draußen zu lassen. Diebe ließen sich abschrecken durch eine Außenbeleuchtung ums Haus und vor der Türe, eventuell mit Bewegungsmeldern. Auch die Fenster - ganz selten werden die Scheiben eingeschlagen - können mit aufschraubbaren Sicherungen, Falzbeschlagnachrüstungen, abschließbaren Fenstergriffen und Gittern gesichert werden. Der Spezialist ging auf einbruchsichere Rollläden und die Sicherung der Keller- und Lichtschächte ein. Immer wieder riet er, nur genormte Bauteile zu verwenden und von Fachkräften einbauen zu lassen.

Ein weiteres Thema waren Einbruchmeldeanlagen. Diese brächten jedoch nur Erfolg, wenn eine funktionierende Mechanik vorhanden sei. Melzner sprach auch die Videoüberwachung des Hausumfeldes an, die sich allerdings durch wechselnde Lichtverhältnisse nicht immer einfach gestalte.

Werkzeug wegsperren

"Gehen sie mal mit offenen Augen durch ihr Grundstück", riet der Spezialist. "Räumen sie Einstiegshilfen, wie Leitern, weg, bringen sie Äxte oder schweres Werkzeug, das sich zum Aufbrechen eignen würde, hinter Schloss und Riegel und schalten sie alle Außensteckdosen ab." Dass ein Hund kein sicheres Mittel gegen Einbrecher ist, wurde im Gespräch deutlich.

Ortsobmann Markus Übelmesser und Ortsbäuerin Christa Bayer hatten die Veranstaltung organisiert und dankten dem Referenten für seine Ausführungen.
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