Wasser bricht Marmor

Lokales
Pullenreuth
25.11.2015
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Was ist nun wichtiger? Lebensmittel oder Rohstoff-Ressourcen für die Wirtschaft? Der Regionale Planungsverband hat sich deutlich positioniert.

(räd) Wasser vor Marmor: Der Regionale Planungsverband stellte sich bei seiner Tagung in Sulzbach-Rosenberg hinter die Gemeinde Pullenreuth und ihre Pläne, die Trinkwasserversorgung zu sichern. Eigentlich sollten in einem Bereich nördlich von Pullenreuth die letzten Marmorvorkommen des Fichtelgebirges für künftigen Abbau gesichert werden. Gegen diese Pläne wehrte sich jedoch Bürgermeister Hubert Kraus vehement - und erfuhr dabei sehr viel Unterstützung von Landräten und Bürgermeister-Kollegen.

Kraus erklärte, das Areal sei das einzige, das für die Erschließung neuer Trinkwasserquellen in Frage komme - nicht nur für Pullenreuth selbst, sondern auch für die Gemeinden Brand und Ebnath. Bei den bestehenden Quellen gehe die Ausschüttung spürbar zurück. Der geplante Brunnen liege nun exakt in dem Gebiet, das für einen Marmorabbau reserviert werden soll. Die Gemeinde beantragte deshalb, das Vorranggebiet komplett herauszunehmen, zumal es derzeit niemanden gebe, der Interesse am Abbau des Gesteins hat.

Das zuständige Referat beim Landesamt für Umwelt habe dies zwar bestätigt, erklärte Michael Kreißl von der Regierung der Oberpfalz. Es empfahl aber dennoch, diese Marmorvorkommen regionalplanerisch zu sichern. Denn die Versorgung mit Rohstoffen sei von öffentlichem Interesse.

Selbst der Kompromissvorschlag, das Wasserschutzgebiet zumindest auf bereits ausgebeutete Areale zu erweitern, stieß nicht auf Zustimmung. Landrat Wolfgang Lippert sagte: "Ich halte die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung für viel wichtiger als die Marmorversorgung." Er bat, das Gelände vollständig herauszunehmen und damit für die Wasserversorgung nutzbar zu machen. Auch der Kemnather Bürgermeister Albert Nickl teilte diese Ansicht.

Einigkeit dann auch beim Beschluss: Im Fall Pullenreuths bevorzugt der Planungsverband die Trinkwasserversorgung.
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