Bürgerinitiative "Steinwald sagt NEIN zur Monstertrasse" mobilisiert in Pullenreuth
Gegen Monstertrasse

Skepsis in den Gesichtern. Die Bürger in der Region sind tief verunsichert.
Politik
Pullenreuth
23.09.2016
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Die Stromleitungen werden sich nicht verhindern lassen. Nun gelte es, die Verlegung der Erdkabel durch die Region zu beeinflussen. Die Bürgerinitiative (BI) "Steinwald sagt NEIN zur Monstertrasse" hatte die Menschen aus den Gemeinden Brand, Ebnath, Neusorg und Pullenreuth zur Bürgerversammlung ins Schützenhaus nach Pullenreuth eingeladen. Die Bürgermeister der Gemeinden sowie Roland Grillmeier, Rathauschef in Mitterteich, waren gekommen. "Hausherr" Hubert Kraus bezeichnete es als Teilerfolg der BI, dass die Trasse nicht mit hohen Masten, sondern mit Erdkabeln ausgeführt werde.

Die Sprecher der BI, Andreas Burger und Elke Prechtl aus Waldershof, Gerald Braun aus Neusorg und Martin Wittmann aus Wernersreuth erläuterten, worum es ihnen geht. Burger blickte zurück auf die Anfänge der Planungen der Gleichstromtrasse, wo mit riesigen Masten, damals noch von Amprion, geplant wurde. Erdverkabelung laute nun das Zauberwort.

Europäische Interessen


Die Leitung sei für den europäischen Strommarkt wichtig, nicht für die Region. Aber auch die unterirdische Verlegung der Kabel sei nicht unproblematisch, zumal eine Verteuerung des Stroms für den Endverbraucher zu erwarten sei. "Der Kampf geht also weiter", so Burger.

Die aktuelle Planung betrifft den östlichen Landkreis Bayreuth und im Landkreis Tirschenreuth vermutlich die Verwaltungsgemeinschaft Neusorg und das Gebiet von Waldershof. In der Bürgerversammlung in Pullenreuth versuchte die BI, die Besucher dafür zu sensibilisieren, Stichpunkte gegen die Verlegung der Erdkabel durch die Region zu benennen. Historische Orte, Landmarken, wasserwirtschaftliche Aspekte, welche nicht in offiziellen Karten eingezeichnet seien oder Aktivitäten der Gemeinden sollten nicht vom Erdkabel bedroht sein. Diese Aspekte müsse man TenneT mitteilen. Die Trasse wird wohl möglichst geradlinig verlaufen. Wenn davon jedoch wertvolle, landschaftliche oder historische Begebenheiten betroffen sind, will sich die BI querstellen. TenneT werde in naher Zukunft Infomärkte in der Region abhalten. Die Sprecher der BI forderten dazu auf, hinzugehen und ins Gespräch zu kommen. Elke Prechtl freute sich über den großen Zuspruch bei der Versammlung. Man wolle die Menschen weiterhin motivieren, aktiv am Widerstand gegen die Gleichstromtrasse mitzuarbeiten.

Riesige Baustellen


Gerald Braun warnte vor riesigen Baustellen. Flächen, die später wahrscheinlich nicht mehr intensiv landwirtschaftlich genutzt werden könnten, wären die Folge. Keine Erfahrungen gebe es bislang damit, was auf den Trassen noch wachsen werde, ob eine stärkere Versickerung stattfinde oder der Böden durch die Wärme der Kabel austrockne.

Im Zuge der Diskussion machten die Besucher ihrem Ärger Luft und artikulierten ihre Ängste: "Nimmt uns die Politik überhaupt ernst?" Es werde stets nur um die Frage gehen, wer an der Trasse verdiene und wer dafür bezahlen müsse.
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