Steinwaldspiele in Pullenreuth
Starke Männer in Röcken

Ungewöhnliche Disziplinen erfordern ein ungewöhnliches Outfit. Im Bild, die Clans der zweiten Pullenreuther Steinwaldspiele mit Initiator Michael Schneider (vorne links), Vorsitzendem Klaus Filbinger (Vierter von links) und Bürgermeister Hubert Kraus (rechts).
Sport
Pullenreuth
03.07.2016
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Die enorme Fliehkraft der 13 Kilogramm schweren Eisenkugel an der Kette will erstmal beherrscht sein. Bilder: lpp (5)

Sie machten den echten Schotten wirklich alle Ehre. Es waren zwar nur die Steinwaldspiele, sie standen aber den berühmten "Highlandgames" kaum nach.

Vier Mannschaften traten an bei den zweiten Pullenreuther Steinwaldspielen, zu denen der Turn- und Sportverein im Rahmen des Leichtathletiksportfests eingeladen hatte. Eifrig hatten im Vorfeld mutige und kräftige Athleten ungewöhnliche Disziplinen trainiert. Von wegen Laufen, Werfen und Weitsprung. Nein, es mussten schon Baumstämme, Strohsäcke und zentnerschwere Steine durch die Gegend fliegen. Auf die Idee warf übrigens im vergangenen Jahr Michael Schneider gekommen. Sein Vater Klaus hatte mehrere Jahrezehnte den TuS geführt.

Bekleidungsvorschrift


Michael Schneider rekrutierte einige Pioniere, die mit ihm zusammen ans Steineheben, Baumstammwerfen und Gewichtstoßen gingen. Farbenprächtig im Kilt, in verschiedenen Schattierungen, traten heuer bereits vier Teams an. Dieses spezielle Kleidungsstück bezeichnet einen "etwa knielangen, hinten aufwendig gefalteten Wickelrock, der traditionell den Männern vorbehalten ist". Dieser Kilt war die einzig zulässige Turnierkleidung.

Zu Dudelsack-Klängen und Applaus marschierten die Teilnehmer geschlossen auf den Platz und warfen bei der ersten Station mit Hilfe einer Mistgabel einen mit Stroh gefüllten Sack über gespannte Leinen. Den Anfang machten "Die Stockerten" aus Hermannsreuth und bewiesen bei dieser Disziplin, wie auch die anderem Teams, vor allem technisches Geschick. Sportabzeichenkoordinator Klaus Schneider führte das Protokoll. Aus Hermannsreuth, zusammen mit personell starker Unterstützung waren Michael Philipp, Hans Dumler, Benedikt Drehobel, Matthias Schlicht und Andre Philbert angereist. Den Gegnern aus Hermannsreuth stellte sich der Clan aus der "Bochhittn Boinarath". Auch die jüngsten Teilnehmer des Turniers versuchten sich am Gewichtweitwurf. Ein eckiges Eisenteil von 15 Kilogramm musste über eine möglichst große Distanz gestoßen werden. Jeder Teilnehmer hatte drei Versuche. Für das Team "Bochhittn Boinarath" traten Julian Krös, Lars Schwinger, Jonas Pinzer, Paul Philipp und Jonas Schindler an. Hier waren die Erwachsenen im Vorteil. Eine Eisenkugel, rund 13 Kilogramm schwer, war dann möglichst weit zu werfen. Abenteuerlich waren die Wurf- und Schleudertechniken der Athleten. So mancher Zuschauer wich vorsichtshalber ein wenig zurück. Als gastgebender Verein stellten sich für den TuS Michael Schneider, Volker Ernstberger, Richard Braunreuther, Josef Halbauer und Benedikt Lippert den Juroren.

Die Königs-Diziplin ließ den Teilnehmern wenig Spielraum. Ein rund drei Meter langer Buchenholzstamm, der etwa 40 Kilogramm auf die Waage bringt, sollte möglichst in der vorgegebenen Linie nach einem Überschlag zum Liegen kommen. Die "Bumberer" von der Schützengesellschaft machten hier keine schlechte Figur. Dazu gehörten Andreas Meyer, Andreas Michl, Thomas Sticht, Thomas Pinzer und als Clanchef Josef Maschauer.

Sieg der "Stockerten"


Weiter ging es zum abschließenden Gewichtheben. Drei verschieden große Steine musten auf einen Hackstock abgelegt werden. Die unhandlichen, rohen Steinbrocken wogen 60, 70 und 90 Kilogramm. Am Ende siegten nach Punkten die "Stockerten". Für die Sieger gab es einen Kompressor, den die Firma Spörrer spendiert hatte. Der zweite Preis ging an den TuS Pullenreuth: ein Einkaufsgutschein bei der örtlichen Metzgerei über 50 Euro. Über einen Kasten Bier freuten sich die "Bumberer".

Vorsitzender Klaus Filbinger dankte allen Clans für ihre Bereitschaft, sich im Kilt den ungewöhnlichen Aufgaben zu stellen und somit zur guten Unterhaltung beizutragen.
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Evelin Lehnert aus Brand | 03.07.2016 | 20:59  
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