Abschied mit Fragezeichen

In eine ungewisse Zukunft blicken die Pullenreuther Senioren. Sie müssen ab September auf ihre "Chefin" verzichten. Aber alle hoffen auf eine zufriedenstellende Nachfolgeregelung. Bild: hfz
Vermischtes
Pullenreuth
17.08.2016
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Seniorenbeauftragte Theresia Pirner gibt Ende des Monats ihr Amt ab. Bereits Anfang Juli hatte sie Bürgermeister Hubert Kraus ihren Entschluss mitgeteilt. Bei der älteren Generation ist die Enttäuschung riesengroß.

Alle Überredungskünste halfen nicht, auch Tränen flossen. Viele verstehen die Entwicklung nicht und fürchten um den Fortbestand der schönen und abwechslungsreichen Seniorennachmittage. Doch Pirner riet zur Gelassenheit: "Die Gemeinde ist verpflichtet, einen neuen Seniorenbeauftragten zu suchen." Sie habe deshalb extra rechtzeitig Bescheid gegeben.

Über die Gründe schweigt sich Pirner aus: "Es gibt mehrere." Ins Detail gehen will sie nicht: "Ich möchte nicht im Unfrieden scheiden." Dem Vernehmen nach hätte sich Pirner eine intensivere Zusammenarbeit mit der Gemeinde gewünscht. Bürgermeister Hubert Kraus bedauert den Schritt, den er sich nicht recht erklären kann und stellt dem ehrenamtlichen Engagement von Theresia Pirner ein gutes Zeugnis aus.

Große Sorge bereitet den Senioren, ihr geliebtes Gedächtnistraining nicht mehr zu haben, das seit sieben Jahren angeboten wird. Pirner versicherte - wenn es denn vom neuen Seniorenbeauftragten und der Gemeinde gewünscht wird - das Gedächtnistraining im kommenden Jahr auch weiterhin in Pullenreuth sowie in vielen anderen Ortschaften innerhalb und mittlerweile auch außerhalb des Landkreises Tirschenreuth anzubieten. Nun war es so weit: Der letzte gemeinsame Nachmittag mit den Senioren stand auf dem Programm.

Kleine Protestnote


Noch ein letztes Mal galt es, die grauen Zellen zu trainieren. Aber die Senioren wollten nicht akzeptieren, dass nun alles vorbei ist. Sie wollen weder auf ihre Seniorenbeauftragte noch auf das Gedächtnistraining verzichten. Nachdem ihre Fragen von der zweiten Bürgermeisterin Gabi Hawranek nicht zur Zufriedenheit beantwortet wurden, entschlossen sie sich kurzerhand dem Bürgermeister eine schriftliche Nachricht zukommen zu lassen, in der sie ihm ihre Enttäuschung mitteilen.

Die (Noch-)Seniorenbeauftragte war gerührt über so viel Eigeninitiative und versicherte "ihren" Senioren, dass es ihr immer eine besondere Freude war. Jeder Seniorennachmittag, jeder Vortrag und auch die Halbtagesfahrten werden ihr in sehr schöner Erinnerung bleiben.

"Die Seniorenarbeit habe ich sehr gerne gemacht und bestimmt werde ich sie, aber ganz besonders euch, vermissen. Ihr seid eine so tolle Gruppe und ich wünsche euch, dass ihr das auch in Zukunft bleibt., so Pirner. Zum Abschied hatte Theresia Pirner ein Lied für ihre Senioren gedichtet nach der Melodie der Vogelhochzeit. Sie überreichte allen Senioren eine rote Rose, während sich die älteren Herrschaften ihrerseits mit einem wunderschönen Blumenstrauß und einer herzlichen Umarmung verabschiedeten.

Sieben neue Kurse


Theresia Pirner ist ausgebildete und zertifizierte Gedächtnistrainerin, Mitglied im Bundesverband für Ganzheitliches Gedächtnistraining und bietet Kurse in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung an. Bereits im September beginnen wieder sieben neue Kurse in verschiedenen Ortschaften.
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