Challenge Regensburg: Langdistanz für den guten Zweck
226 Kilometer aus dem Stand

Vermischtes
Pullenreuth
18.08.2016
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Vorher: Jens Wegmann mit dem frisch geliehenen Rad. Bilder: hfz (2)

Andere zechen auf Mallorca, Jens Wegmann macht lieber Langdistanztriathlon. Der Trevesener absolvierte das erste Staatsexamen - und feierte das am Sonntag bei der Challenge Regensburg. Trainiert hat er nicht, dafür war er besonders motiviert.

Trevesen/Regensburg. Monatelang nach Trainingsplänen leben, die Ernährung aufs große Ziel abstimmen, tausende Euro für Ausrüstung ausgeben - all das hat Jens Wegmann einfach nicht gemacht. Er startete beim Langdistanz-Triathlon, weil er seine Unizeit mit etwas Verrücktem abschließen wollte. Die erste Challenge Regensburg kam da ein paar Wochen nach dem erste Staatsexamen gerade recht. Der Triathlon führte am Sonntag über die klassische Distanz: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Radkilometer und ein Marathon. Der angehende Gymnasiallehrer für Sport und Religion nahm sich vor, dabei Spenden zu sammeln. Paten sollten zahlen, sollte er das Ziel erreichen. "Wenn alle Wort halten, sollten 1000 Euro zusammenkommen." Darunter sind kleinere Beträge von Freunden, aber auch größere Spenden von Vereinen und Firmen. Besonders freue er sich über die 150 Euro seines Stammvereins SV Riglasreuth. Den selben Betrag versprach die KLJB Oberbibrach. Davon profitiert das Team Bananenflanke, auf das Wegmann während seiner Zulassungsarbeit stieß.

Um das Geld musste Wegmann 14:15 Stunden lang hart kämpfen. Eine gute Zeit für seine Vorbereitung. "Ich bin nie mehr als 2,5 Kilometer geschwommen, einmal bin ich die 130 Kilometer von Trevesen nach Regensburg mit dem Rad gefahren, der längste Lauf führte über 16 Kilometer." Auch beim Material ließ er es locker angehen. Andere tüfteln daran über Monate. "Neopren habe ich am Sonntag zum ersten Mal getragen", erzählt der Trevesener dagegen. Das Rad lieh Triathlon-Profi und Studienfreund Sebastian Neef - zehn Minuten vorm Abgeben in der Wechselzone. "Ich hab am Parkplatz nur den Sattel eingestellt", berichtet Wegmann über den 6000-Euro-Renner. Auch die Ernährungsstrategie beim Radfahren lässt "echte" Triathleten sprachlos zurück: Um sich gut zu stärken, bestellte er am Vorabend noch Spaghetti und eine Pizza. Letztere war dann doch etwas zu groß. "Die habe ich dann unterm Radfahren verdrückt." Gut verpackt hatte sie Wegmann in der Tasche seines Radtrikots versteckt.

Vor dem Radeln standen aber die knapp vier Schwimm-Kilometer. Dank des Auftriebs des ebenfalls geliehenen Neoprens lief es gut. "Ich konnte die meiste Zeit kraulen." Sonst sei er eher Brustschwimmer. Auch mit dem Rad ging's lange gut. Die Strecke ist etwa zwei Kilometer länger als die offiziellen 180 Kilometer. "Genau auf diesen letzten Kilometern wurden mir die Beine schwer." Die flache Einfahrt nach Regensburg wurde plötzlich richtig schwer - und der wirklich unangenehme Teil kam erst. Tatsächlich war der Marathon bitter, aber nicht wegen der Beine. Der Magen rebellierte "wohl wegen der Energie-Gels." Aufgeben kam aber nicht in Frage, es ging um einen guten Zweck. Mit einigen Gehpausen ging es kontrolliert ins Ziel. Trotz der Quälerei auf der Laufstrecke: Das Fazit fällt positiv aus. Das Rennen sei sehr gut organisiert gewesen, die Stimmung dank vieler Zuschauer an der Strecke bestens. "Nur am Schluss wurde es etwas weniger. Ich war ja doch etwas länger unterwegs."

Geholfen bei dem Projekt hat Wegmann seine sportliche Vergangenheit. Unter anderem spielte der Fußballer in der Landesliga für Mitterteich. Ausdauertalent bewies er 2015 beim Barcelona-Marathon. 3:30 Stunden lief er - natürlich - ohne Training. Beim Ausdauersport bleiben will er trotz Veranlagung nicht, Fußball bleibt erste Wahl. "Triathlon ist sehr aufwendig, finanziell und zeitlich."

Die nächsten Monate gönnt er sich nun eine Auszeit. Vor dem Referendariat geht es ein halbes Jahr nach Kanada, die USA, auf Hawaii, Ecuador und Südafrika. Der Bedarf an verrückten Aktionen sei derzeit gedeckt, aber das muss nicht so bleiben. "Alle zwei Jahre packt es mich."

Team BananenflankeZwei Regensburger Heilerziehungspfleger hatten die Idee zum Team Bananenflanke. In ihrer Arbeit mit geistig behinderten Jugendlichen fiel deren Fußball-Begeisterung auf, voller Freude besuchten sie Spiele oder Trainings bei Proficlubs. Selbst Fußball zu spielen, blieb ihnen aber verwehrt. Ben Rückerl und Stefan Plötz wollten das mit dem Team Bananenflanke und der Bananenflankenliga ändern. Dort spielen die Kinder eine eigene Meisterschaft aus. Unterstützt von Profivereinen und -kickern hat die preisgekrönte Idee Nachahmer gefunden. Auch in Bayreuth gibt's ein Team. Spenden an Jens Wegmann IBAN: DE24770697640003210448 BIC: GENODEF1KEM Verwendungszweck: Bananenflanker

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