Die kostbare Ressource wird aufgrund der Trockenheit langsam knapp
Wasser-Fall im Steinwald

Wird das Wasser knapp im Steinwald? Pullenreuth ruft seine Bürger zur Sparsamkeit auf. Bild: htl
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Pullenreuth
15.09.2016
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Sitzt Pullenreuth bald auf dem Trockenen? Die Gemeinde hat zum Wassersparen aufgerufen. Sorgen machen müsse sich die Bevölkerung nicht, sagt der Bürgermeister. Trotzdem hält er Ausschau nach langfristigen Alternativen.

Der Klimawandel macht sich auch im Steinwald bemerkbar, die Wasserstände in den beiden Hochbehältern Harlachberg und Haselbrunn sind niedrig. Die Gemeinde hat ihre Bürger aufgerufen, Trinkwasser zu sparen, den Rasen nicht mehr zu wässern und auf die Autowäsche zu verzichten. Denn der Rückgang der Quellschüttungen sei spürbar. Die Lage hat sich laut Bürgermeister Hubert Kraus seit Ende August nicht verbessert. "Wie auch." Pullenreuth ist Selbstversorger. Das Wasser kommt aus dem Steinwald, aus Oberflächenquellen. Tiefbrunnen gibt es nicht. Fehlender Regen zeigt schnell Wirkung.

Opfer des Klimawandels


Das warme trockene Wetter der letzten Wochen bringt Pullenreuth in die Bredouille: "Eine Woche müsste es schon kräftig regnen, um die Speicher wieder aufzufüllen", sagt Kraus. Trotz der heißen Temperaturen war die Lage im letzten Jahr nicht so kritisch. "Das liegt auch am schneearmen Winter. Durch die Schneeschmelze im Frühjahr wird der Waldboden normalerweise gut gesättigt." Heuer ist er jedoch so trocken, dass er jeden Tropfen wie ein Schwamm aufsaugt. In die Wasserspeicher gelange dadurch zu wenig. "Es ist ein Trend, der schon seit dem Jahrhundertsommer 2003 zu beobachten ist. Wir sind ein Opfer des Klimawandels." Dazu kommt noch die Sanierung zweier Quellen, die nicht genutzt werden können.

Um dem Trend entgegenzuwirken, sucht die Gemeinde nach Alternativen. "Wir brauchen ein zweites Standbein, eine Vorsorge für später." Die Lösung ist für Kraus die Erschließung von Tiefbrunnen. "Es ist allerdings ein riesen Aufwand." Zeitlich und finanziell. Die Kosten würden in Millionenhöhe liegen. Und die Planungen, Untersuchungen, das Einholen der Genehmigungen und die praktische Umsetzung dauern lang. Momentan steckt Pullenreuth noch in der Planungsphase. Kraus rechnet mit der Fertigstellung des Projektes in etwa fünf bis zehn Jahren.

Versorgung ist gesichert


Müssen die Pullenreuther bis dahin um ihr Wasser bangen? Nein, sagt Kraus. "Im Notfall können wir auf Quellen im Steinwald zurückgreifen, die zum Beispiel Trevesen versorgen. Daraus könnten wir Wasser entnehmen. Wir müssen aber trotzdem auf der Hut sein." Die Regierung der Oberpfalz hat eine langfristig angelegte Wasserversorgungsbilanz herausgegeben. Auch darin wird die Versorgungssicherheit von Pullenreuth als uneingeschränkt eingestuft.

Die Situation in Pullenreuth ist auch nicht symptomatisch für den ganzen Steinwald. "Früher hatten wir ähnliche Probleme, aber seit dem Anschluss an die Steinwaldgruppe ist Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden", meint Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko. Der September sei zwar üblicherweise der schwächste Monat, aber ein Engpass ist nicht zu befürchten.

Alternative Zweckverband


Auch die Nachbargemeinden haben durch den Zweckverband zur Wasserversorgung Oberes Fichtelnaabtal vorgesorgt. Pullenreuth ist nicht dabei. In der Vergangenheit habe scheinbar kein Bedarf bestanden, sich ebenfalls einem Zweckverband anzuschließen. Kraus sieht das historisch begründet. "Vielleicht schreckte man früher davor zurück, viel zu investieren, wenn die Not nicht da war. Pullenreuth hat schon immer auf viele verschiedene Quellen gesetzt."

Kristina Hartl vom Wasserwirtschaftsamt Weiden sieht die Zweckverbände positiv. "Grundsätzlich ist es für die Gemeinden sinnvoll, sich zusammenzutun." Entschieden werden müsse aber immer im Einzelfall. Die Gemeinde wolle jetzt erst einmal abwarten, welches Potenzial noch im Steinwald steckt. "Wir wissen nicht, was auf uns zukommt." Die Option, sich irgendwann einmal einem Zweckverband anzuschließen, möchte Kraus nicht ausschließen, konkrete Pläne gebe es aber nicht. Pullenreuth will vorerst unabhängig bleiben. Auch wenn ein Zusammenschluss vermutlich die einfachere und günstigere Alternative wäre.
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