Gesellschaft Steinwaldia
Barocke Kulisse

Äußerst angetan vom heiligen Grab von Virnsberg waren die Mitglieder der Gesellschaft Steinwaldia. Bild: lpp
Vermischtes
Pullenreuth
20.03.2016
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Das restaurierte heilige Grab von Virnsberg im Landkreis Ansbach war Ziel der Gesellschaft Steinwaldia. Auch in der Pfarrei Sankt Martin in Pullenreuth wurde schließlich bis in die 1960er Jahre ein solches "Kulissengrab" zu den Kartagen errichtet. Dies ist eingelagert.

Die Steinwaldia würde eine Restaurierung unterstützten und hat die Teile des Grabes kunsthistorisch begutachten lassen. Ihre Erkenntnisse darüber gibt die Kunsthistorikerin Dr. Verena Michl am Samstag, 9. April, nach der Abendmesse in der Pfarrkirche bekannt. Das Virnsberger Grab entstand um 1765. Der ursprüngliche Aufstellungsort war die Kapelle des Deutschordenschlosses in Virnsberg.

Räumliche Wirkung


1917 kam das Kulissengrab in die neu errichtete Virnsberger Pfarrkirche Sankt Dionysius, die mit der Kanzel, dem Altar, den Gestühlblenden und den Deckengemälden aus der Schloßkirche ausgestattet wurde. Die räumliche Wirkung des Kulissengrabes beruht auf der Staffelung von vier Bildebenen, die nach hinten immer enger und höher werden. Das heilige Grab wurde in der Karwoche aufgestellt, um mit künstlerischen Mitteln den Kreuztod Jesu und seine Auferstehung nachzuzeichnen. Diese Art von Kulissengräbern entstand im Barock, einer Epoche in der Prozessionen und Feste mit besonderer Leidenschaft gefeiert wurden.

Anton Hofmann erläuterte den Gästen aus dem Steinwald das in Holz gefasste heilige Grab, welches von Kerzen, die hinter mit farbigem Wasser gefüllten Glaskugeln stehen, illuminiert wird. In Virnsberg steht das heilige Grab nun das ganze Jahr über in einem extra dafür errichteten Museumsgebäude. Vorangegangen war der Besichtigung des heiligen Grabes ein Rundgang durch die immense Burganlage von Virnsberg. Hier stand das Kulissengrab einst in der Schlosskapelle, die nach Umbauten nun ein großer Saal ist und nicht mehr als Kirche genutzt wird. Das Schloss ist ein Kuriosum unter den fränkischen Schloss- und Burganlagen, denn es ist zugleich Höhenburg und Wasserschloss. Die großzügige Anlage besteht aus einem oberen, polygonalen Hauptschloss - der ehemaligen Höhenburg und einem großen, barocken unteren Wirtschaftshof - der Ökonomie.

Asmus Freiherr von Eyb, der Vorsitzende des Schlossvereins Virnsberg, stellte den Mitgliedern der Gesellschaft Steinwaldia den Zweck des Vereins mit der Erhaltung und Sanierung der ehemaligen Deutschordensburg vor. Nachdem diese einzigartige Anlage lange Zeit unberührt und ungenutzt lag und einige Bereiche einsturzgefährdet sind, wartet die Anlage heute auf die Sicherung und Sanierung sowie auf eine angemessene Nutzung.

Suche nach Geldgebern


Der Schlossverein widmet sich unter anderem der intensiven Bestandsaufnahme, der Notsicherung und dem Herstellen der Begehbarkeit der teils unzugänglichen Räume. Außerdem sucht man nach geeigneten Investoren. Den Abschluss der Fahrt bildete ein Besuch im äußerst weitläufigen mittelfränkischen Freilandmuseum von Bad Windsheim.
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