Milchkuh Luli geht mit fast 19 Jahren in den Ruhestand
Milch für drei Tanklastzüge

Martin Müller mit seiner "Luli". Mit fast 19 Jahren schickt der Lochauer die prächtige Milchkuh in den verdienten Ruhestand. Bild: hfz
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Pullenreuth
02.08.2016
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Rudolf Traxinger ist schon seit über 20 Jahren im Geschäft. Doch so etwas wie "Luli" ist dem Fachberater für Rinderzucht am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schwandorf noch nicht untergekommen. Mit fast 19 Jahren ist sie in seinem Bereich die dienstälteste Milchkuh.

Lochau. (luk/hfz) "Lulis" Zuhause ist der Fleckviehbetrieb von Martin Müller in Lochau (Gemeinde Pullenreuth). Dort wurde die Tochter des Wölsauer Besamungsbullen "Hobo" am 19. November 1997 geboren. Seitdem hat sie selbst 16 Kälber, - das letzte erst vor einigen Wochen - zur Welt gebracht und 102 000 Kilogramm Milch gegeben. Nun schickt sie Müller in den Ruhestand, auch wenn sie immer noch Milch gibt.

"Fit geblieben"


Normalerweise kommen Milchkühe laut Traxinger aus 4 bis 5 Leistungsjahre, nach etwa 2,5 Jahren Aufzucht. Oft werden Tiere nicht mehr trächtig oder es stellten sich entzündete Euter oder Klauenprobleme ein. Nicht so bei "Luli". "Sie ist fit geblieben", berichtet Müller, der im seinem Stall 35 Milchkühe stehen hat. Dass sie zu einer Ausnahme-Kuh geworden ist, "hat sich so ergeben". Ein Geheimrezept beim Futter gebe es nicht, "nur Silage und Heu". Er will "Luli", deren Name sich von den ersten beiden Buchstaben der Mutter ableitet, weiter bei sich stehen lassen. Derzeit erholt sie sich von der jüngsten Geburt. "Das hat sie sich verdient. In den Schlachthof gebe ich sie nicht", versichert der Landwirt.

Dass "Luli" so lange Milch gab, ist für den Fachberater umso erstaunlicher, da sie in einem sogenannten Anbindestall steht. In einem Laufstall haben die Tiere mehr Bewegung und auch die Futteraufnahme ist dort besser. In einem Anbindestall befindet sich das Futter gleich bei der Tränke. Dadurch spritzt Wasser auf die Silage, was sie "unschmackhaft" macht.

Landwirt entscheidend


Daher spielt für Traxinger weniger die Frage Lauf- oder Anbindestall, sondern das Können des Betriebsleiters eine große Rolle. "Wenn einer ein Schlamperer ist, dann wird da und da nix draus."

Weniger ungewöhnlich ist für ihn "Lulis" Lebensleistung, auch wenn sie mit ihrer bisher abgegebenen Milch über drei Tanklastzüge füllen könnte. Hat es vor etwa 25 Jahren fünf bis sieben Kühe mit einer ähnlichen Milchleistung gegeben, so schätzt er deren Zahl in der Oberpfalz aktuell auf 40 bis 50. Hier habe sich durch die verbesserte Fütterung, die Zucht und bei der Haltung viel verändert. Auch die Landwirte seien inzwischen besser ausgebildet, "viele sind Meister oder haben studiert".

Festgestellt wurde "Lulis" Leistung bei den monatlichen Probe-Melken des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV). Dabei werden jeweils für jedes in der Milchleistungsprüfung angeführte Tier die Qualität und die Menge ermittelt und das Liter-Ergebnis auf den entsprechenden Monat hochgerechnet. Die Daten werden dann bis 30. September gesammelt. Dann schließt nämlich das Milchwirtschaftsjahr, erklärt Traxinger. Er bekommt dann für jeden Landkreis eine Auswertung. Dort müsste dann eine weitere Milchkuh aus dem Stall von Martin Müller auftauchen. Er hat noch eine, die heuer 15 Jahre alt wird. "Die ist auch immer noch fit".
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