Sichel, Sense, Dengelstock

"Geht doch": Markus Bächer demonstrierte, worauf es beim Mähen mit der Sense ankommt. Bilder: lpp (3)
Vermischtes
Pullenreuth
05.07.2016
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Das schonende Mähen ohne technische Geräte beherrscht heute kaum noch jemand. Markus Bächer gibt sein Wissen rund um den gekonnten Umgang mit Sense & Co. in einem Kurs weiter.

"Das ist wie eine Zeitreise." Erfreut zeigte sich eine Teilnehmerin auf der Glasschleif bei Pullenreuth, als sie den rhythmischen Klang der Dengelhammer hörte. "Wie früher", dieses Wort hörte man öfter. Das Geräusch erinnerte viele an ihre Kinder- und Jugendzeit. "So wurde ich früher geweckt", schmunzelte ein Teilnehmer. Wenn nämlich der Vater oder Opa frühmorgens die Sense dengelte.

Forstwirtschaftsmeister Markus Bächer aus Irchenrieth, zeigte auf Einladung der Gesellschaft Steinwaldia, wie man eine Sense oder eine Sichel dengelt und wie man mit der Sense mäht. Sensenblätter und Griffe, auch "Woarb" oder "Woarf" genannt, Wetzsteine, Dengelstöcke und die dazu gehörigen Hammer und das Werkzeug zum Befestigen der Sensenblätter am Griff, erläuterte Bächer. Je nachdem, wo und welches Grasgemäht werden soll, wird das Werkzeug gewählt. Auch auf die Beschaffenheit und Eigenschaften der Wetzsteine, aus Kunst- oder Naturstein, ging Bächer ein. In der Nähe der Glasschleif, die an einem "oed liegenden Wetzsteinbruch" zu finden ist, wurden in früheren Jahrhunderten Wetzsteine gebrochen und verwendet.

Auf Eisenblechen zeigte Bächer, wie ein Sensenblatt gedengelt, also glatt und eben gemacht wird. Und dann ging es ans Eingemachte. Nachdem die Teilnehmer das Mähen versucht hatten, wetzte Bächer die Geräte, damit die Arbeiter den Unterschied beim Mähen erspüren konnten. "Lange Striche mit dem Wetzstein machen", schlug er vor. Danach wurde gedengelt. Die Teilnehmer tauschten sich untereinander aus, fragten den Fachmann um Rat und fachsimpelten über die verschiedenen Dengelstöcke. Dann wurde wieder gemäht und das Resultat geprüft. "Die Ferse" aufsetzen, den Griff entsprechend lang wählen, kleine Abschnitte zum Mähen wählen, so ging es abwechselnd.

"Eigentlich sind wir schon zu spät zum Mähen dran", sagte Bächer, obwohl die Truppe pünktlich um 7 Uhr morgens begann. Man mähte früher im Morgengrauen, so lange das Gras vom Tau noch nass war. Aber auf der Glasschleif ging es dennoch ganz gut.
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