Nach zehn Jahren Donumenta: Übergabe des Archivs an die Uni und das Wissenschaftszentrum
Ein Schatz für die Südosteuropa-Forscher

Regina Hellwig-Schmid, Tillmann Tegeler vom Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa, Professor Ulf Brunnbauer, Universitätsarchivar Dr. Andreas Becker und Professor Jürgen Jerger (von links) bei der Übergabe der Donumenta-Unterlagen für das Archiv der Universität. Bild: Gibbs
Kultur
Regensburg in der Oberpfalz
30.01.2014
12
0
Zehn Jahre lang war die Donumenta in Regensburg das bedeutendste Festival aktueller Kultur in den Donauländern. Von der Ukraine bis Serbien - von 2001 bis 2011 stand jedes Jahr die Kunst eines Anrainerstaats im Mittelpunkt. In dem Zeitraum hat sich viel Material angehäuft, das die Donumenta-Initiatorin Regina Hellwig-Schmid nun für Studenten und Interessierte zugänglich machen will.

Gestern übergab sie das umfangreiche Archiv an die Universität und das Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa (WiOS) Regensburg. Rund 400 Bücher und aneinandergereiht ganze drei Meter an Schriftdokumenten umfasst es. Darunter sind Briefwechsel und E-Mail-Korrespondenzen mit Künstlern, Kulturinstitutionen und Projektpartnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft genauso wie Kataloge, Publikationen und Filme, die die Donumenta im Laufe der Jahre herausgegeben oder geschenkt bekommen hat.

"Es war uns ein großes Anliegen, einen geeigneten Platz zu finden für das Konvolut, das sich in den vergangenen Jahren angesammelt hat", betonte Hellwig-Schmid. Das Ziel der Donumenta sei es gewesen, dem Westen zu zeigen, dass es in den östlichen Donauländern sehr interessante Kunst gibt. Als sie 1996 begann, sich über das Projekt Gedanken zu machen, habe man ihr noch entgegengehalten: "Da gibt es doch nichts zu finden."

Der östliche Blick zählt

Hellwig-Schmid belehrte alle Zweifler eines Besseren, indem sie regelmäßig zeitgenössische Kunst und Künstler von höchstem Niveau aus den Donauländern nach Regensburg holte.

Wichtig ist der Initiatorin eines: "Es war niemals der westliche Blick, der zählte." Die Auswahl der gezeigten Kunst lag immer bei den Kuratoren des jeweiligen Landes. Auch wenn die Donumenta-Jahre eine intensive Zeit waren, habe sie sich nicht ungern von den Materialien getrennt. "Es braucht immer Platz für Neues."

"Wir freuen uns sehr über die Schenkung", sagte Universitäts- archivar Dr. Andreas Becker. "Mit ihrem Ost-West-Schwerpunkt sind der Universität Regensburg Verbindungen zwischen Studierenden, Forschenden und Einrichtungen in Osteuropa und Regensburg sehr wichtig." Er erklärte, dass neben Studenten auch andere Interessierte auf einen Antrag hin Einsicht in die Dokumente erhalten können.

Tillmann Tegeler, zuständig für die Bibliothek am Institut für Ost- und Südosteuropaforschung im WiOS, betonte, der Erscheinungszeitraum des Donumenta-Archivs sei höchst interessant. Schließlich habe es sich bei dem vergangenen Jahrzehnt um eine Transformationsphase voller Konflikte im südöstlichen Europa gehandelt. "Das fand natürlich Widerhall in der Kunst und Kultur."

Derzeit läuft die Archivierung aller Dokumente. Das komplette Material wird wohl erst in einigen Jahren abrufbar sein. Die Kataloge und Publikationen werden im Institut für Ost- und Südosteuropaforschung untergebracht. Der gesamte Schriftverkehr, Pressematerial und eine Vielzahl an Originaldokumenten werden vom Universitätsarchiv erschlossen und aufbewahrt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2014 (9017)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.