Jahn-Trainer Thomas Stratos im Interview: Der launige Kommunikator macht Mut als Motivator
"Quatschen können wir alle"

Thomas Stratos, Trainer mit griechischem Profil und viel Humor.
Lokales
Regensburg in der Oberpfalz
05.07.2013
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Wenn es in der Drittliga-Saison 2013/14 um die Meisterschaft im druckreifen Reden ginge, wäre Thomas Stratos ganz vorne mit dabei. Der deutsch-griechische Charmeur ist als Kommunikator eine ganz andere Nummer als seine Vorgänger. Jetzt kommt es darauf an, wie gut sein strategischer Plan ist und ob die Jahn-Spieler seine Botschaft umsetzen können. Der erste Eindruck stimmt optimistisch.

Herr Stratos, bringen Sie Temperament, Philosophie und Spielauffassung aus Ihrem sonnigen Geburtslands Griechenland mit?

Stratos:Ich kam mit sechseinhalb Jahren nach Deutschland, bin also schon recht gut akklimatisiert. Ich glaube, dass ich die Ruhe und Gelassenheit mitgebracht habe, die Dinge, auch wenn sie manchmal schwierig sind, ruhig und besonnen anzugehen - und natürlich das gestenhafte Reden ... (Anm. der Red.: Thomas Stratos holt sehr weit aus ...).

Sie sind Mitglied der Bielefelder Elf des Jahrhunderts: Was machte damals den Erfolg der Arminia aus, der zum Durchmarsch in die Bundesliga führte, und was kann sich der Jahn davon abgucken?
Stratos: Das Gefühl, mit einer verschworenen Gemeinschaft Erfolge zu feiern - das waren ja nicht alles Supertechniker und die, die's waren, waren verletzt. Diese Erfahrung hat mich auch als Trainer geprägt. Ich kann es heute sehr genießen, wenn Spieler mit viel Herz und Leidenschaft alles geben und mit Freude und Spaß dabei sind. Damit sind wir aufgestiegen, weil man Defizite so kompensieren kann.

Kann ein cleverer Trainer eine verschworene Gemeinschaft formen?

Stratos: Du musst daran arbeiten. Ein Verein kann nur erfolgreich sein, wenn eine Mannschaft auf dem Platz steht. Das geht nur über das Team. Da ist der Trainer, der sportliche Leiter, der Pressesprecher, der Platzwart, eigentlich alle sind dafür zuständig. Und hier wirkt alles familiär, jeder ist präsent, alle sind um dich rum, die Voraussetzungen sind also gut.

Warum hatten Sie sich gerade in Regensburg beworben?

Stratos:Das ist ganz normal, der Trainer, der Verein, beide schauen sich um. Ich bin froh, dass es geklappt hat. Wenn du ein Jahr raus bist, wird es immer schwieriger. Meistens werden Trainer geholt, nachdem gerade einer geschasst wurde. Man nimmt sich selten die Zeit zu schauen, ob es jüngere Trainer mit interessantem Plan gibt.
Beschreiben Sie bitte die Kernkompetenzen der Neuzugänge!

Stratos: Gino Windmüller und Azur Velagic wurden ohne mein Zutun verpflichtet. Und die beiden Jungs aus der U 23 genauso. Also kann ich nur sagen, dass Dimitrios Anastasopoulos, als Sechser, den wir ablösefrei von AEK Athen geholt haben, und Romas Dressler als großer Stoßstürmer gut in mein Konzept passen.

Die Erwartungen reichen von 0 bis 100 auf der nach oben offenen Stratos-Skala: Wie sieht ihr mittel- und langfristiger Masterplan aus - Aufstiegsambitionen ab 2015?

Stratos: Genau so! Man kann noch nicht viel sagen. Ich glaube aber, die Arbeit eines Trainers sollte man schnell sehen, an der Art und Weise, wie sich die Spieler bewegen. Das eine ist, was er umsetzen möchte, das andere, ob es dann auch umgesetzt wird - quatschen können wir alle!

Wie soll das nun auf dem Platz aussehen, was Sie möchten, und was sollen die Spieler verstehen?

Stratos: Sehr viel Ballbesitz, Kontrolle, den Ball nicht nach vorne dreschen, sondern von der Abwehr angefangen über viele Stationen nach vorne tragen, Chancen mit Dominanz erspielen, so was halt.

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Lesen Sie das ganze Interview auf

http://www.oberpfalznetz.de/regensburg
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