100 000 Euro als Ziel: Verein sucht Förderer für den Erhalt des letzten Regensburger ...
Schmuckstück soll runter vom Abstellgleis

Um dieses alte "Dame" dreht es sich: Der letzte erhaltene Regensburger Straßenbahnzug rostet derzeit auf dem Gelände der Regensburger Verkehrsbetriebe vor sich hin. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
02.12.2014
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Von 1903 bis 1964 gehörte die Straßenbahn zum Stadtbild von Regensburg. Zum 50. Jahrestag ihrer letzten Fahrt hat sich im Sommer eine Gruppe von Tram-Freunden zur Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn zusammengetan. Ihr Ziel: Sie wollen 100 000 Euro für den Erhalt der letzten Regensburger Tram sammeln. Die Stadt soll das Budget für die Restaurierung des letzten erhaltenen Straßenbahnzugs zur Verfügung stellen und ihn später an einem zentralen Platz in der Stadt ausstellen.

Stadt geht Kompromiss ein

Derzeit rostet die Tram draußen ohne Schutz auf dem Gelände der Regensburger Verkehrsbetriebe (RVB) vor sich hin. Die Sanierungskosten liegen insgesamt bei geschätzten 200 000 Euro. Mit einer viel beachteten Bus-Sonderfahrt auf den Spuren der alten Tram und 2000 Unterschriften haben die Straßenbahn-Fans die Stadt zu einem Kompromiss bewogen: Wenn es den privaten Initiatoren gelingt,die Hälfte der Kosten für die Sanierung zu sammeln, steigt die Stadt in das Projekt ein. Die IG Straßenbahn nahm die Herausforderung an, gründete einen Verein und will nun Förderer und Unterstützer mobilisieren .

Das Gefährt "leidet"

"Wir sind optimistisch, dass wir dieses sportliche Ziel erreichen", sagten Bernd Edtmaier und Jan Mascheck von der IG Straßenbahn bei der Vereinsgründungsfeier am Freitagabend im Prüfeninger Schlossgarten. Dabei unterschrieben der dritte Bürgermeister Jürgen Huber (Grüne) und Stadtrat Eberhard Dünninger (CSU) den Aufnahmeantrag. Der 80-jährige Dünninger schwärmte von seiner Jugendzeit, in der er viel mit der Tram gefahren sei. Wie Huber meldete sich auch er für den "Sitzverkauf" an. Für 500 Euro können Interessenten einen der 44 Sitze der Tram "erwerben": Ihr Name wird sich dann auf einem Messingschild an den Sitzen der Straßenbahn wiederfinden.

Angetan von der Initiative zeigte sich auch Frank Steinwede, Betriebsleiter des Regensburger Verkehrsverbunds. Er sehe täglich, "wie das Gefährt leidet". Der Busfuhrpark der Stadt sei in den vergangenen Jahren derart angewachsen, dass für die alte Tram leider kein überdachter Platz zu finden sei, sagte er. Umso mehr freue er sich über die Aktion der IG Straßenbahn, die der RVB gerne mit einem "Tag der offenen Tür" unterstützen werde.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.strassenbahnregensburg.de
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