175 Streikende vor dem Alten Rathaus in Regensburg
Gewerkschaft weitet Kita-Streiks aus

Die Streikfront ist in Bewegung. Am Montag demonstrierten Erzieher in Regensburg für ihre Forderungen. Noch in dieser Woche sollen auch Einrichtungen im Raum Schwandorf bestreikt werden. Bild: Brun
Archiv
Regensburg
19.05.2015
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Mit einem Pfeifkonzert aus rund 175 Trillerpfeifen zeigten am Montag Regensburger Erzieher vor dem Alten Rathaus die in der Oberpfalz begonnene Streikwoche im Sozial- und Erziehungsdienst in kommunalen Einrichtungen an.

"Insgesamt 11 Kindergärten und Kindertagesstätten, 13 Kinderhorte, zwei Kinderkrabbelstuben, sechs Mittagsbetreuungen sowie das Jugendamt und weitere Einrichtungen der Jugendhilfe der Stadt Regensburg und Beschäftigte des Kommunalunternehmen Medbo des Bezirks sind ab Montag im Streik", sagte Alexander Gröbner, Verdi-Bezirksgeschäftsführer in der Oberpfalz. Im Einvernehmen zwischen der Stadt und der Gewerkschaft wurden für die Woche vom 18. bis 22. Mai Einrichtungen vereinbart, die im Notfall von den Eltern angefragt werden können. Eine Woche lang werden die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes der Medbo sowie der Stadt Regensburg in den unbefristeten Streik zunächst bis zum 22. Mai einbezogen.

Ab Donnerstag, 21. Mai, würden sich weitere Kindergärten, unter anderem in Lappersdorf und Pfatter, beteiligen. Zudem rücken Einrichtungen in der mittleren Oberpfalz ins Visier der Gewerkschaft. "Wir arbeiten uns langsam nach Norden durch," erklärte Gröbner auf Anfrage. Konkret würden die Streiks auf die kommunalen Kitas von Schwandorf und Wackersdorf (Kreis Schwandorf) ausgeweitet. Am Donnerstagmittag soll die zentrale Oberpfälzer Protestkundgebung am Marktplatz in Schwandorf stattfinden. Neben dieser Erweiterung der Streiks auch in die Region Schwandorf stehe der Donnerstag unter dem Tagesmotto "Behindertenhilfe", um deutlich zu machen, dass die Beschäftigten im auch im Bereich der Behindertenhilfe tätig sind, teilte Verdi mit. Bei der Kundgebung in Regensburg sagte Gröbner weiter, die Gewerkschaft bedauere, dass die Arbeitgeberseite kein Angebot vorgelegt habe. "Unser Ziel auf dem Verhandlungswege einen tragfähigen Kompromiss zu erreichen konnten wir leider nicht erreichen." Am Mittwoch wollen die Beschäftigten über eine Verlängerung des Ausstands entscheiden. Die Abstimmung findet bundesweit statt. Ob der Streik in ganz Deutschland um eine Woche verlängert wird oder einzelne Bundesländer eine Pause einlegen, werde dann gemeinsam entschieden, sagte Verdi-Landesvize Norbert Flach in München.
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