Ärzte, Pfleger, Rettungskräfte und Polizisten tauschen sich bei Symposium in Regensburg aus
Ebola-Gefahr weiterhin akut

Experten gaben in Regensburg einen Überblick über die Ebola-Epidemie: (von links) Professor André Gessner, Dr. Frank Hanses, Professorin Barbara Schmidt (Institut für Mikrobiologie und Hygiene) und Thomas Bonkowski (Pflegeförderverein). Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
15.01.2015
82
0
Es ist ruhig geworden um Ebola. Dabei sterben in Westafrika weiterhin täglich Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit. Auch wenn eine größere Ausbreitung in der restlichen Welt ausgeblieben ist, mahnten Experten beim Regensburger Ebola-Symposium zur Vorsicht.

"Weil Ebola aus den Medien verschwunden ist, heißt das nicht, dass die Krankheit von diesem Planeten verschwunden ist", sagte Professor André Gessner vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene in Regensburg vor 250 Teilnehmern, die aus dem gesamten deutschsprachigen Raum angereist waren.

Vermeintliche Verdachtsfälle

Der Verein der Freunde und Förderer der Pflege am Universitätsklinikum Regensburg (VFFP) hatte die Veranstaltung am Montag an der Uniklinik Regensburg organisiert und speziell auf Ärzte, Pfleger, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten ausgerichtet - Berufsgruppen, die mit Ebola-Patienten in Berührung kommen könnten. An der Uniklinik Regensburg hätten in den vergangenen Monaten mehrere Patienten vorgesprochen, die befürchteten, an Ebola erkrankt zu sein, berichtete Dr. Frank Hanses von der Notaufnahme am Rande des Symposiums. Keiner der Verdachtsfälle sei jedoch begründet gewesen.

Derzeit grassiere Ebola noch in Sierra Leone, Guinea und Liberia. Allein in der Zeit von 24. bis 31. Dezember hätten sich der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge 700 Menschen neu infiziert, 300 Patienten starben. Insgesamt habe es bislang 8000 Tote und 20 000 Ansteckungen gegeben. Die Dunkelziffer sei wohl wesentlich höher, erklärte Hanses, der vom "größten Ebola-Ausbruch, den wir je hatten" ausgeht. Drei Patienten, Helfer in Ebola-Gebieten, seien gezielt nach Deutschland eingeflogen worden, um sie in Spezialzentren zu behandeln. Einer davon starb.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Uniklinik Regensburg mit einem Ebola-Fall konfrontiert wird, hält Hanses weiterhin für "verschwindend gering". Für den Ernstfall seien die Mitarbeiter der Notaufnahme aber entsprechend geschult worden, insbesondere das An- und Ablegen der Schutzkleidung wurde geübt. Falls bei einem Patienten ein begründeter Verdacht auf Ebola besteht, würde eine Kette von Abläufen in Gang gesetzt.

Im Rettungswagen bleiben

Das Uniklinikum informiert dann das Gesundheitsamt, stellt den Kontakt zum Spezialzentrum am Klinikum München-Schwabing her, wohin der Patient zur weiteren Behandlung so schnell wie möglich gebracht wird. "Im Idealfall verlässt er den Rettungswagen gar nicht." Den Transport übernimmt ein Team aus München-Schwabing oder die Schnelleinsatzgruppe Infekt Oberpfalz der Malteser.

Thomas Bonkowski, VFFP-Vorsitzender und Ausrichter des Ebola-Symposiums, betonte, man wolle mit der Veranstaltung Ängsten entgegentreten, die durchaus auch bei den professionellen Fachkräften vorkommen, die direkt mit Ebola-Patienten in Kontakt kommen könnten. Wenn man die richtigen Schutzmaßnahmen treffe, könne man durchaus "einigermaßen sorgenfrei" arbeiten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.