Aktion "Triple Win": Kinderkrankenpfleger aus Serbien und Bosnien verstärken Regensburger ...
Dreifach-Chance gegen Fachkräftemangel

Sladjana Petrovic (Mitte) ist eine von acht neuen Kinderkrankenpflegern in der Klinik St. Hedwig in Regensburg. Hier kümmert sie sich um Louis (11), während OB Joachim Wolbergs zu Besuch ist. Bild: ehi
Archiv
Regensburg
10.07.2015
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Acht Kinderkrankenpfleger aus Serbien und Bosnien-Herzegowina arbeiten seit April in der Kinder- und Frauenklinik St. Hedwig. Nach Regensburg gekommen sind sie durch "Triple Win" ("Dreifachgewinn"). Durch das Projekt sollen auf nachhaltige und faire Art Fachkräfte für den Pflegebereich in Deutschland gewonnen werden, um den akuten Mangel abzufedern. In ganz Bayern ist die Regensburger Klinik die erste, die Kinderkrankenpfleger dank "Triple Win" beschäftigt.

"Wir suchen keine Gastarbeiter, sondern Menschen die bleiben", betont Pflegedirektor Gerhard Harrer. Es gehe nicht nur um die Personalgewinnung selbst, sondern auch um die Integration vor Ort. Um dies zu gewährleisten, arbeiten alle beteiligten Stellen eng zusammen: die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (GIZ), die Initiatoren des Projekts, sowie die Regierung der Oberpfalz und die Integrationsstelle der Stadt Regensburg als Partner vor Ort. Mit Sprachkursen und beispielsweise Unterstützung bei der Wohnungssuche soll den Pflegekräften der Neuanfang in der Oberpfalz erleichtert werden.

Alle acht Kinderkrankenpfleger hätten ein aufwendiges Auswahlverfahren in Belgrad durchlaufen, welches auch ein Bewerbungsgespräch auf Deutsch beinhaltet habe. "Wir haben uns gezielt dafür entschieden, um zu überprüfen, ob die Sprachkenntnisse für den Klinikalltag ausreichen", erklärt Harrer, der selbst beim Auswahlverfahren dabei war. Die ZAV überprüfte außerdem im Vorfeld, ob die fachlichen Qualifikationen der Bewerber den Vorstellungen den Klinik entsprachen.

In St. Hedwig arbeiten die Kinderkrankenpfleger aus Serbien und Bosnien zunächst als Pflegehelfer auf den Stationen. Nach fünf bis zehn Monaten, je nach vorhandener Arbeitserfahrung, sollen sie schließlich das praktische Examen machen. Parallel zu der Arbeit in der Klinik absolvieren sie einen Deutschkurs. Schließen sie Examen und Sprachkurs erfolgreich ab, dürfen sie als qualifizierte Pflegefachkraft voll verantwortlich arbeiten.
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