Anklage gegen Ex-Motorradclub-Präsident: Staatsanwaltschaft lässt "Ohrenzeugen" vorführen - ...
"Duff Kong" bleibt in U-Haft

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Regensburg
12.12.2014
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Der ehemalige Präsident des MC-Falkenstein, Alfred E. (56), bleibt weiter wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Das entschied am fünften Verhandlungstag die 2. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Vizepräsident Werner Ebner. Er soll im Frühjahr 2012 mit 10 000 Euro die Einfuhr von 500 Gramm Crystal-Speed aus Tschechien finanziert haben und von zwei Kumpanen am gleichhohen Gewinn beteiligt worden sein.

Zunächst holten die Richter den federführenden Sachbearbeiter der Kripo in den Zeugenstand. Dieser berichtete, dass sich die Ermittlungen erst gegen den "Geschäftspartner" des Angeklagten richteten, der ihn in der vergangenen Woche schwer belastete (wir berichteten). Dessen damalige "Lebensbeichte" löste rund 260 Ermittlungsverfahren aus, weshalb er ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde.

Ein Hinweis betraf auch den Deal des Angeklagten. Alle Angaben des Kronzeugen hätten sich dabei bestätigt, weshalb der Kripobeamte keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit hege. Wiederum in einem anderen Ermittlungsverfahren gegen den "Dritten im Bunde" sei auch ein Mithäftling der Justizvollzugsanstalt Straubing befragt worden, da dieser angeblich Angaben zu einem Diebstahl von drei Kilogramm Marihuana machen könne. Darauf angesprochen habe der Häftling diesen Drogenbesitz sofort bestritten. Dabei behauptete er, aber etwas zu einer anderen Drogenbeschaffung sagen zu können. Den Vernehmungsbeamten erzählte er dann das, was er gestern vor der Strafkammer als Zeuge wiederholte.

Gespräch belauscht

Danach will er sich im Frühjahr 2012 mit einem Kumpel in einer Lokalität in Bruck getroffen haben. Dort habe er vom gut zwei Meter entfernten Nebenzimmer aus zwei Männer belauschen können, die über einen todsicheren Deal mit Crystal-Speed, ein Darlehen von 10 000 Euro und eine Provisions-Teilung sprachen. Aus Neugier habe er einen Blick durch die spaltbreit geöffnete Türe geworfen, weil er wissen wollte, ob er jemanden von ihnen kenne. Da dies nicht der Fall war, habe er das alles abgehakt. Rund eineinhalb Jahre später sei ihm in der Justizvollzugsanstalt Weiden der Kronzeuge begegnet. Da kam die Erinnerung wieder.

Im Anschluss an seine Aussage vor der Kripo fuhren zwei Beamte mit ihm nach Bruck. Doch die Fahrt endete ohne Ergebnis. Auch der Verteidigerin blieb er eine Antwort auf ihre Fragen nach der Örtlichkeit, dem Aussehen des Anwesens und der Innenräume und sogar der Tageszeit des Gesprächs schuldig. Er selbst habe keine Erinnerung mehr daran, und seine Freundin, die ihn damals nach Bruck gefahren habe, sei inzwischen an einer Überdosis verstorben. Der Prozess wird heute fortgesetzt.
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