Aufgeben oder aufkaufen

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Regensburg
23.09.2015
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Viel früher als andere Branchen haben die Medien die digitale Revolution zu spüren bekommen. Beim Zeitungskongress in Regensburg suchen die Verleger trotzdem den Rat von führenden Vertretern der "Old Economy".

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, wünscht sich mehr Wirtschaftsredakteure mit Fachkompetenz. Nur noch etwa zehn Journalisten in Deutschland seien tief vertraut mit der Energiebranche, sagte Teyssen am Dienstag beim Zeitungskongress in Regensburg. Wegen des finanziellen Drucks vieler Verlagshäuser müssten heute weniger Journalisten mehr Themenbereiche abdecken. Im Vergleich zu sozialen Netzwerken und Blogs lieferten die Zeitungen allerdings nach wie vor eine weitaus höhere Qualität, räumte Teyssen ein. Er riet den fast 500 Gästen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, sich stärker zusammenzuschließen. Die digitale Welt bestehe aus Netzwerken.

Der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Theodor Weimer, empfahl den Zeitungsverlegern, Geschäftsbereiche aufzugeben, wenn andere Anbieter diese besser beherrschten - oder die Anbieter aufzukaufen oder mit ihnen zusammenzuarbeiten: "Du musst dein eigenes Geschäft kannibalisieren, sonst hast du keine Chance zu überleben." Der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer warnte vor einem blinden Glauben an Schwarmintelligenz. Viele Menschen gingen davon aus, dass etwas Intelligentes entstehe, wenn sich viele Tausend Facebook-Nutzer mit einem Thema befassten. "Wir wissen, dass das nicht der Fall ist", sagte Reithofer. Qualitätsjournalismus sei ihm da viel lieber. Auf der Suche nach digitalen Nachwuchskräften müssen viele Verlage nach Ansicht einer Personalvermittlerin ihren Umgang mit Bewerbern ändern. "Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass Mitarbeiter und Bewerber blöd sind", sagte die Gründerin der Personalagentur iPotentials, Constanze Buchheim. "Diese Einstellung sollte man dringend ändern." Führungskräfte sollten Mitarbeitern und Bewerbern auf Augenhöhe begegnen.
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