Bauernverband im Wandel

Kreisobmann Johann Mayer feierte mit der stellvertretenden Kreisbäuerin Rosmarie Meßner, Ex-Kreisbäuerin Kreszenz Meyer und dem früheren stellvertretenden Kreisobmann Anton Scheuerer (von links) das Jubiläum beim Tag der offenen Tür. Bild: Hinterberger
Archiv
Regensburg
07.09.2015
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"Wir blicken zurück auf sieben Jahrzehnte, in denen sich Bayern und die Land- und Forstwirtschaft enorm verändert und weiterentwickelt haben", sagte Kreisobmann Johann Mayer zum Jubiläum des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Der Beitrag des Verbands war dabei nicht gering.

Seit seiner Gründung im September 1945 hätte sich der BBV laut Mayer für die Belange der Landwirte eingesetzt und sich dabei maßgeblich als gestalterische Kraft in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eingebracht. Sein 70-jähriges Jubiläum feiert der Verband mit zahlreichen Aktionen, wie dem Tag der offenen Tür in der Geschäftsstelle Regensburg am Sonntag.

Insgesamt zählt der Verband momentan rund 150 000 Mitgliedsbetriebe und Bauernfamilien. Dabei ist die Mitgliedschaft freiwillig, kein Landwirt wird gezwungen, dem Verband beizutreten. "Das ist unsere Stärke. Die Leute stehen aus freien Stücken und aus Überzeugung zu uns", betonte Mayer.

Bauern nun Spezialisten

Die Veränderungen in der Landwirtschaft hätten aber auch Veränderungen in der Arbeit des Bauernverbandes hervorgerufen. "Früher hatten alle Landwirte die gleichen Interessen. Die meisten hatten sowohl Rinder, als auch Schweine, als auch Getreide. Heute haben sich die Betriebe spezialisiert", erläuterte er. Das Problem dabei sei, dass einen Bauern mit Kühen oft andere Belange interessieren als einen, der nur Getreide anbaut. Der BBV berücksichtige diese Sparten deswegen in seiner Arbeit und bietet spezielle Veranstaltungen an.

Aber auch die Probleme, mit denen die Bauern zu kämpfen haben, haben sich in den letzten Jahren verändert. So fehle der heutigen Gesellschaft ein gewisses Grundwissen über die Landwirtschaft. Das führe immer wieder zu Konflikten, wie Mayer bedauerte. So würden immer häufiger Spaziergänger durch Felder laufen, oder Autofahrer Feldzufahrten zuparken. "Die Menschen verstehen mittlerweile auch nicht mehr, wenn wir samstags um 6 Uhr mit dem Traktor durchs Dorf fahren oder wetterbedingt am Sonntag ernten. Das war früher selbstverständlich", erklärte der Kreisobmann.

Speziell auf Regensburg bezogen, freute sich Mayer, dass es in der Region immer gute Rahmenbedingungen für Landwirte gab und noch gibt. Zwar wären mittlerweile vor Ort kein Schlachthof und keine Zuckerfabrik mehr. Mit der Kartoffelvermarktung und dem Milchwerk sei Regensburg aber immer noch gut aufgestellt. "Wir beliefern nicht nur den heimischen, sondern auch europäischen Markt und darüber hinaus."

Europaweit begehrt

So wachse in der Region ein spezieller Nudelweizen, der in Spanien sehr begehrt sei und aus bayerischen Schweinen werde in Italien Parmaschinken gemacht. "Made in Bavaria ist ein eindrucksvoller und nachhaltiger Begriff", betonte der Obmann.
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