Baustelle Domspatzen

Eine Ausstellung zu Kunst und Technik präsentierten Domspatzen und Lehrkräfte beim Tag der offenen Tür. Beim traditionsreichen Regensburger Knabenchor geht es nicht nur ums Singen. Bild: osr
Archiv
Regensburg
26.01.2015
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Das Areal der Domspatzen an der Regensburger Reichsstraße wird wohl noch für längere Zeit Baustelle bleiben. Beim Tag der offenen Tür am Samstag erfuhren die Besucher, dass nach dem Neubau der Grundschule noch lange nicht alle Arbeiten erledigt sind.

Auch der bisherige Bestand solle ein neues Gesicht bekommen, hieß es. Noch mehr als an den Bauprojekten waren die Besucher aber an Angeboten interessiert, die der älteste Knabenchor der Welt und seine Privatschule offerieren.

Nachdem die Grundschule im Neubau voll in Betrieb ist, stehen die Baumaßnahmen in den nächsten Jahren beim Domspatzen-Gymnasium an. Und das nicht nur, weil im kommenden Schuljahr neben dem musischen auch ein naturwissenschaftlich-technologischer Zweig mit den Schwerpunkten Physik und Chemie eingeführt wird.

Noch heuer soll das Schulhaus abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. In einem weiteren Trakt sowie im Internat stehen Sanierungsarbeiten an.

Nur für Jungen

Eines bleibt klar: Die Domspatzen bleiben eine Einrichtung für Buben. Auch deshalb war es den Verantwortlichen wohl ein Anliegen, einen Elternbrief auszulegen, der sexuellen Missbrauch und Körperverletzung thematisiert. Der Stiftungsvorstand: "Mit größter Wachsamkeit und Sorgfalt achten wir alle darauf, dass unsere Schüler sich in unserem Hause bestmöglich betreut, gefördert und beschützt entwickeln können."

So lautet denn auch die Werbebotschaft an alle Interessierten: "Singen in einem der berühmtesten Knabenchöre der Welt, lernen in einer großartigen Schule und leben in einer einzigartigen Atmosphäre: So gestaltet sich der Alltag eines Regensburger Domspatzes." Das wollten am Samstag nicht nur Schüler und Lehrkräfte, sondern auch Ehemalige den Besuchern näher bringen.

Offen für Neues

Unter dem Motto "Kunst und Technik zum Mitmachen" zeigten die musischen Gymnasiasten in Ausstellungen und Experimenten schon jetzt, welch glückliches Händchen sie in diesem Bereich haben - obwohl der technologische Zweig erst im kommenden Schuljahr etabliert wird. So haben die Buben etwa beim Schülerwettbewerb für Nanotechnologie im vergangenen Jahr den Bayern-Sieger gestellt und bundesweit immerhin den dritten Preis nach Regensburg geholt. Oder ein anderes Beispiel: Mit Fischertechnik-Bausteinen und einem Computerprogramm hat ein Schüler eine Maschine konstruiert, die selbstständig Sudokus löst.

Wie auch immer sich die Schule ausrichtet - das Singen bleibt gemäß tausendjähriger Tradition Schwerpunktfach. Trotzdem geht man neue Wege. Neben Klavier, Orgel oder Geige können die Buben auch Trompete, Posaune oder Saxofon lernen. Einen weiteren Tag der offenen Tür bieten die Domspatzen am 14. März an, außerdem laden die Buben am 30. März zu einem Schnuppertag ein.
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