Bischof Msonganzila über Beschneidungen in Tansania
Zuflucht für junge Frauen schaffen

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Regensburg
08.10.2015
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Das ostafrikanische Land Tansania steht dieses Jahr im Mittelpunkt der Missio-Aktionen rund um den Sonntag der Weltmission am 25. Oktober. Aus diesem Anlass berichtete Bischof Michael Msonganzila aus Musoma (Tansania) in Regensburg über die aktuelle Situation in seiner Heimat. Dort ist vor allem die Beschneidung von Mädchen ein großes Problem.

Die Beschneidung sei in seiner Diözese eine tief verwurzelte Tradition, erklärte Msonganzila, der seit sieben Jahren Bischof in Musoma ist. Ebenfalls sei es verankert, dass eine Frau, die nicht beschnitten ist, nicht heiraten dürfe. Er habe es sich jedoch dort zur Aufgabe gemacht, dagegen anzukämpfen. "Die Beschneidung ist schmerzhaft und sinnlos", betonte er.

Um nicht beschnitten zu werden, würden viele Mädchen von Zuhause weglaufen und von ihren Familien verstoßen werden, fuhr der Bischof fort. Während der Beschneidungszeit im November und Dezember richte die Kirche deswegen Rescue Camps ein, in denen jedes Jahr um die 500 Mädchen und Frauen Zuflucht suchen. Mit Hilfe von Missio München wurde ein Flüchtlingshaus errichtet, das 50 Frauen eine Unterkunft bietet.

"Wir unterrichten die Mädchen in unseren Camps in Menschenrechten und zeigen ihnen die negativen Folgen der Beschneidung auf - zum Beispiel schmerzhafte Krankheiten", erläuterte Msonganzila. Ziel sei es die Frauen - und dadurch die Gesellschaft - zu bilden und stärken. Außerdem versuche die Kirche auch mit Politikern, Eltern und Lehrern selbst ins Gespräch zu kommen.Die Aufklärungsarbeit der Kirche habe bereits Erfolge erzielt: "Die Ansichten der Jungen haben sich geändert." So gebe es mittlerweile Männer, die deutlich sagen, dass sie auch unbeschnittene Frauen heiraten.
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