Bischof Müllers letzte Ruhe

In der bischöflichen Gruft des Regensburger Doms St. Peter findet Altbischof Manfred Müller seine letzte Ruhestätte. Nach der Zeremonie mauerten Anhörige der Dombauhütte die Öffnung zu. Bild: Bischöfliche Pressestelle
Archiv
Regensburg
29.05.2015
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Die Zahl der Trauernden zeigt, wie beliebt der Regensburger Altbischof Manfred Müller war. Weit über Tausend kamen zum Requiem in den Dom.

Über 1300 Gläubige nahmen am Donnerstag im Dom St. Peter Anteil am Tod von Manfred Müller, der von 1982 bis 2002 Bischof in Regensburg war. Auf den früher geäußerten persönlichen Wunsch des am 20. Mai im Alter von 88 Jahren verstorbenen ehemaligen Kirchenoberhaupts hielt der emeritierte Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter die Predigt. Kardinal Gerhard Müller, seinerzeit Nachfolger Manfred Müllers und dessen Nachfolger, Bischof Rudolf Voderholzer, sowie der Bischof der Nachbardiözese Pilsen, Frantisek Radkovsky, konzelebrierten.

Viele Kondolenzbriefe

"Die vielen Menschen, die gekommen sind, zeigen, wie beliebt und wertgeschätzt Bischof Manfred war und ist", sagte Voderholzer im voll besetzten Dom. Noch immer erreichten Kondolenzbriefe aus ganz Deutschland das Bistum. Das Begräbnis nach der Eucharistie vollzog der zweite Nachfolger des verstorbenen Altbischofs zusammen mit den anwesenden Bischöfen und dem liturgischen Dienst. Die Bestattungszeremonie wurde aus der Bischofsgrablege von Lautsprechern in den Dom übertragen. Danach durften die Gläubigen die Grabstelle besuchen, die später von Mitarbeitern der Dombauhütte zugemauert wurde.

Religionslehrer mit Liebe

Wetter würdigte den Verstorbenen in seiner Predigt als leidenschaftlichen Religionslehrer, der es vermochte, die selbstlose Liebe in die Herzen der Jugendlichen einzupflanzen. Über das Hinübergehen des Altbischofs vom Leben in den Tod erklärte Kardinal Friedrich Wetter in seiner Predigt: "Im Glauben wusste er, das ist nicht das Ende, sondern Anfang. Durch das Tor des Todes geht er ein in das Leben. So ist Bischof Manfred hineingestorben in die Arme des auferstandenen Herrn, wissend, jetzt beginnt das Leben in Fülle ..."

Bereits am Vortag war der Sarg des Verstorbenen vor den Altarstufen des Doms zur Feier der Totenvesper aufgebahrt worden. Bis in die Abendstunden hatten die Gläubigen die Möglichkeit, sich von Altbischof Manfred zu verabschieden und sich mit einem letzten Gruß in ein Kondolenzbuch einzutragen. "Wir fügen unseren Bruder Manfred ein in das Fundament seiner Kathedrale", so hatte Bischof Voderholzer die tiefe Symbolik dieses Begräbnisaktes formuliert.

Brotzeit am Domplatz

Am Ende des Requiems geleiteten die Bischöfe den Sarg hinab in die Bischofsgruft. Hier fand Manfred Müller seine letzte Ruhestätte neben der Grablege seines Vorgängers Bischof Rudolf Graber. Zu Lebzeiten hatte Bischof Manfred festgehalten, dass zu seiner Beisetzung nicht nur an das geistige, sondern auch an das leibliche Wohl gedacht werden sollte.

So gab es für alle Gläubigen auf Wunsch des Altbischofs im Anschluss an das Requiem auf dem Domplatz einen Teller Gulaschsuppe und etwas zu trinken. Zahlreiche Gläubige nutzten dieses Zusammenkommen, um gemeinsam Erinnerungen an den verstorbenen Bischof von Regensburg auszutauschen.
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