Botox-Spritze von falschem Arzt

Symbolbild: dpa
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Regensburg
17.10.2014
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Ein Regensburger nahm an zahlreichen Patienten Schönheitseingriffe vor. Seine Spezialität waren Silikonunterfüllungen sowie Botox-Behandlungen. Das Problem dabei - er war kein Arzt.

Ein 30-jähriger Regensburger soll über 80 Patienten in den vergangenen Jahren vorgegaukelt haben, Arzt zu sein und diese medizinisch behandelt haben. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Regensburg führen umfangreiche Ermittlungen durch.

Nachdem der Mann diese Tätigkeit trotz Aufforderung nach dem ersten Tatvorwurf nicht unterließ, erging zwischenzeitlich Haftbefehl. Die bisherigen Ermittlungen zeigen auf, dass der falsche Arzt in der Zeit von Mitte 2013 bis zu seiner Inhaftierung im September 2014 überwiegend Gesichts-Behandlungen durchführte.

Kontaktiert wurde der 30-Jährige von seinen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland überwiegend über soziale Internetplattformen. Als Praxisräume dienten dazu Privatwohnungen in Regensburg und im niedersächsischen Hannover.

Trickreiche Täuschung

Mit hohem Aufwand fälschte der Mann notwendige Dokumente und Urkunden, was bei seinen Patienten den Glauben nährte, sich tatsächlich in die Obhut eines ausgebildeten Mediziners zu begeben. Weiter gelang es ihm, durch geschicktes Auftreten gegenüber Apotheken an verschreibungspflichtige Medikamente und Utensilien zu gelangen.

Ins Rollen brachte die Ermittlungen eine besorgte Mutter aus Österreich, die Zweifel an der Richtigkeit der Angaben zur Approbation des Mannes hatte und diese bei den zuständigen Behörden prüfen ließ.

Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und einen fünfstelligen Bargeldbetrag sicher. Es scheint, dass der falsche Arzt überwiegend Frauen behandelte. Dabei traten aufgrund der fehlenden medizinischen Ausbildung teilweise Komplikationen auf. Die Bezahlung für die Leistungen erfolgte in bar und ohne Quittung.

Die Haftrichterin am Amtsgericht Regensburg erließ Haftbefehl gegen den 30-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrug, sowie Verstößen nach dem Arzneimittelgesetz.

Der Regensburger befindet sich seit Anfang September im Gefängnis.
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