Denkmalgeschütztes Gebäude des "Köstlerwenzelhofs" wird nach 12 Jahren im Lager wieder aufgebaut
Museum fährt die Ernte ein

So sah der "Köstlerwenzelhof" vor mehr als zehn Jahren an seinem ursprünglichen Standort aus. Nach langer Zeit im Depot will ihn das Oberpfälzer Freilandmuseum im kommenden Jahr in Neusath wieder aufbauen. (Bild: as)
Archiv
Regensburg
08.10.2014
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Es ist wie im Märchen. Nur dass das Ausnahmhaus des "Köstlerwenzelhofs" nicht wie Dornröschen 100 Jahre schlafen musste, sondern nur 12 Jahre eingelagert war. Nun werden Spezialisten das denkmalgeschützte Gebäude im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath wieder aufbauen.

Nach Stadel und Torhaus können die Handwerker des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen (Kreis Schwandorf) nun auch das seit 2002 eingelagerte Ausnahmhaus "Köstlerwenzel" aus Neualbenreuth (Kreis Tirschenreuth) im museumseigenen "Stiftlanddorf" aufbauen. Dies beschlossen die Mitglieder des Kulturausschusses in ihrer Sitzung in Regensburg.

Im kommenden Jahr können die Museumshandwerker den Aufbau des Austragshauses, das früher die Hausnummer Rennermühle 5 trug, in Angriff nehmen. Die Mitarbeiter des Freilandmuseums gelten zwischenzeitlich als absolute Spezialisten in der gesamten Region, wenn es um historische Handwerkstechniken geht. Sie werden oft von Architekten, Denkmalschützern und Handwerkern um Rat gefragt.

"Der Museumsbesucher ist damit live beim Wiederaufbau dabei", freute sich Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Den Gästen könnten so anschaulich historische Bautechniken erklärt werden, erklärte Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer den Kulturausschuss-Mitgliedern. Auch die erst im März dieses Jahres eröffnete Handwerkerhalle im Museum erfüllt damit eine wichtige Aufgabe.

Zwölf Jahre schon lagert das Ausnahmhaus des "Köstlerwenzelhofs" ein, im kommenden Jahr soll es im Freilichtmuseum neu aufgebaut werden. Ein Blick in unser Fotoarchiv zeigt, wie der Hof im Original ausgesehen hat sowie Eindrücke vom Abbau der Gebäude.

Den passenden Anlass für den Wiederaufbau des denkmalgeschützten Gebäudes liefert nun das Jahresthema des Freilandmuseums 2015: Es dreht sich alles um das Handwerk. Die 92 000 Euro teure Rekonstruktion soll in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg und der Jugendbauhütte Regensburg erfolgen.

Nicht abbauen

Weitere historische Gebäude will das Freilandmuseum derzeit nicht aufnehmen, sagte Angerer auf Nachfrage. "Wir sind kein Heim für pflegebedürftige Häuser." Es sei grundsätzlich besser, wenn die Häuser an ihrem Ursprungsort bleiben. Falls dem Museum ein besonders interessantes Gebäude angeboten wird, könne man aber noch einmal darüber nachdenken. Bewährt hat sich die 2013 eingerichtete Volontärsstelle am Freilandmuseum, wie Hermann Krauß, Leiter der Bezirkshauptverwaltung, berichtete. "Das ist eine Win-Win-Situation." Das Museum profitiere von dem Know-how eines Hochschul-Absolventen, der Volontär könne praktische Erfahrung sammeln. Der Kulturausschuss sprach sich dafür aus, die auf zwei Jahre befristete Stelle (Kosten 19 000 Euro jährlich) 2015 wieder zu besetzen, wenn der Vertrag mit dem derzeitigen Volontär ausläuft.

Einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 20 000 Euro für 2014 bewilligten die Ausschussmitglieder dem Landestheater Oberpfalz. Daneben wurden zahlreiche weitere Förderungen im Kulturbereich abgesegnet, etwa Zuschüsse für die Herausgabe des 59. Bands der "Oberpfälzer Heimat" (1500 Euro), für die Heimatzeitschrift "Die Oberpfalz" (6000 Euro) und den Kunstband "Leben und Werk des Tirschenreuther Kirchenmalers Maurus Fuchs" (1500 Euro).

Geld für Festspiele

Für die Förderung der Trachtenpflege bewilligte der Bezirk in diesem Jahr bislang 6172 Euro, für die grenzüberschreitende Kultur- und Heimatpflege 28 809 Euro, für die Förderung nichtstaatlicher Museen 34 494 Euro und für die Förderung der Oberpfälzer Festspiele 34 982 Euro. 20 782 Euro fließen in die Förderung der Musikpflege und 16 263 Euro in die Konzertförderung. Noch nicht lange bezuschusst der Bezirk auch die Popularmusik, indem er Bands Mittel für Demo-Aufnahmen zur Verfügung stellt. Von den bereitstehenden 6000 Euro wurden bislang allerdings nur 2895 Euro ausgeschöpft.
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