Der Film "Waldsterben" thematisiert Zwangsprostitution vor der Haustüre - Bischof lobt ...
Frauenhandel im Regenstaufer Wald

Das Filmteam von "Waldsterben" (von rechts): Produktionsassistentin Jana Rippl, Produzent Constantin Weber, Hauptdarstellerin Melania Crisan, Regisseur Lars Smekal und Pressesprecherin Nina Seidl präsentierten Bischof Rudolf Voderholzer (Mitte) und den KDFB-Vertreterinnen Gabriele Zinkl und Karin Schlecht (von links) ihr Projekt. Bild: Hinterberger
Archiv
Regensburg
07.04.2015
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"Waldsterben" heißt der Film über Frauenhandel, den Regisseur Lars Smekal und Produzent Constantin Weber gerade in Regenstauf drehen. Die jungen Filmmacher stellten ihr Projekt auch Bischof Rudolf Voderholzer sowie Karin Schlecht und Gabriele Zinkl vom Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) vor.

"Waldsterben" handelt von Alex und Chris, zwei Freunden, die nur ein paar Tage dem Alltag entfliehen wollen und deswegen einen Survivaltrip im Bayerischen Wald planen. Während ihres Ausflugs stoßen sie zuerst auf eine Mädchenleiche und anschließend auf eine Blockhütte voller verängstigter Osteuropäerinnen. Sie retten die Mädchen und riskieren ihr eigenes Leben.

So geht's ins Herz

"Wir wollten keine Reportage über Frauenhandel und Zwangsprostitution drehen", erklärte Weber. Dokus schauten sich meist nur Menschen an, die bereits mit dem Thema zu tun hätten. Das Duo wolle "die ganz normalen Kinobesucher abholen".

"Ich bin froh, dass Sie sich dem Thema in dieser Weise annehmen", dankte Voderholzer der Filmcrew. "Damit ein Thema ins Herz geht, braucht man Beispiele und Identifikationsfiguren", sagte der Bischof.

Trotz des Spielfilmcharakters war dem Team aber wichtig, "den Zuschauern auf keinen Fall Blödsinn zu erzählen", betonte Weber. Das Team habe im Vorfeld viel zum Thema recherchiert und sich auch bei Beratungsstellen informiert, um ein möglichst reales Bild zu vermitteln.

Überwältigend sei für die Filmmacher das Ausmaß der Unterstützung gewesen, das sie für ihr Projekt erfahren hätten. "Das ganze Team arbeitet ehrenamtlich. Sie nehmen sich zum Teil extra dafür Urlaub", betonte Smekal. Für alle Beteiligten - darunter bekannte Gesichter wie Helmut Schweiger, Klaus Stiglmeier und Stephan Zinner - stehe die Botschaft im Vordergrund. "Alle waren sofort dabei", freute sich Weber.

Anlaufstelle geplant

Gabriele Zinkl, KDFB-Vizepräsidentin, zeigte sich beeindruckt von der Umsetzung der schwierigen Thematik. "Wir werden Prostitution nicht abschaffen können, aber wir müssen alles dafür tun, Menschenhandel und Zwangsprostitution zu verhindern", erklärte Zinkl und betonte, dass es im ostbayerischen Raum bisher keine Anlaufstelle für Prostituierte in Not gibt. Aus diesem Grund wird der Katholische Frauenbund in naher Zukunft zusammen mit der Organisation Solwodi eine solche in Regensburg eröffnen. "Es ist uns ein Anliegen, diese Frauen zu unterstützen", sagte Karin Schlecht, Diözesanvorsitzende des KDFB.
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