Die ersten 10 000 Euro für historische Straßenbahn gesammelt - Spezialisten begutachteten die ...
Geld gegen Rost und Schimmelbefall

Zu Besuch beim "Patienten" auf dem Abstellgleis (von links): Torsten Anstatt und Jan Mascheck (IG), Bürgermeister Jürgen Huber, Ralf Schneider und Reiner Matthias (FWM) sowie Bernd Edtmaier (IG). Bild: Hinterberger
Archiv
Regensburg
23.03.2015
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Schienenverkehr mitten in Regensburg - heute kann man sich das kaum noch vorstellen. Aber von 1903 bis 1963 gehörte die Straßenbahn hier fest zum Stadtbild. Nicht nur Bahnfans bedauern, dass der letzte erhaltene Straßenbahnzug aus dieser Zeit - bestehend aus einem Trieb- sowie einem Beiwagen - seit rund 25 Jahren auf dem Gelände der Regensburger Verkehrbetriebe (RVB) vor sich hin rostet.

Kosten aufgeteilt

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich deswegen die Interessengemeinschaft (IG) Historische Straßenbahn und die Regensburger Stadtverwaltung auf einen Kompromiss geeinigt: Die IG übernimmt mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung 100 000 Euro der Restaurierungskosten. Den Rest der geschätzten 200 000 Euro trägt die Stadtverwaltung.

Bei einem Treffen aller Beteiligten wurde das Projekt nun einen Schritt weiter gebracht: Spezialisten der brandenburgischen Firma Fahrzeugwerke Miraustraße (FWM), die sich unter anderem mit der Instandsetzung historischer Schienenfahrzeuge beschäftigt, begutachteten den Regensburger Zug und gaben ein erstes Urteil ab. "Der Zug ist sehr marode, aber das ist der übliche Zustand für ein historisches Fahrzeug, das so lange im Freien stand", erklärte FWM-Geschäftsführer Reiner Matthias.

Neben den Außenfassaden, die gesandstrahlt werden müssten, sei auch der Innenraum ein großes Problem, weil sich darin Schimmel festgesetzt habe. Matthias geht von Kosten zwischen 250 000 und 300 000 Euro aus. Der Spezialist ergänzte, es sei wichtig festzulegen, wo das Fahrzeug später stehen wird, "bevor überhaupt etwas in Sachen Instandsetzung unternommen werden kann".

Sitzplätze verkauft

"Schön wäre irgendwo im Zentrum, damit jeder die Möglichkeit hat, den Zug zu betrachten", sagte Jan Mascheck von der IG Straßenbahn. "Wir haben bereits über 10 000 Euro gesammelt", sagte Mascheck, unter anderem durch den symbolischen Verkauf von 22 Sitzplätzen - "nur noch sechs sind frei".
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