Drei Projekte wetteifern um Deutschen Zukunftspreis
Innovativ und modern

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Regensburg
17.09.2015
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Der Bau leichterer Flugzeuge, eine Sicherheitstechnik für Autos und ein Lungenmedikament sind im Rennen um den Deutschen Zukunftspreis 2015. Ein Projekt setzt 3-D-Druck für Flugzeugteile ein. Erstmals sei es möglich, hoch belastete und hoher Hitze ausgesetzte Metallteile im 3-D-Verfahren zu drucken, erläuterten die Wissenschaftler am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts im Deutschen Museum in München. Das bedeute eine Material-, Energie- und Kostenersparnis bei der Fertigung - und eine Gewichtsreduzierung um bis zu 55 Prozent. Beteiligt an dem Projekt sind Unternehmen aus Hamburg (Airbus Operations und Laser-Zentrum Nord) sowie aus dem oberfränkischen Lichtenfels (Concept Laser). Derzeit wird mit der Technik die Halterung für Crew-Kabinen aus Titan in einem Langstreckenflugzeug hergestellt.

Warnung vor Nähe

Ein anderes Projekt brachte die Radartechnologie voran, um das Autofahren sicherer zu machen. Die Forscher von Infineon Technologies in München und Regensburg haben Sensoren entwickelt, die Autofahrer vor zu knappen Abständen warnen und damit Unfälle verhindern sollen. Das System ist kostengünstig genug für Mittel- und Kleinwagen: Die Radarchips samt Gehäusetechnologie kosten um 500 Euro Aufpreis. Millionen Fahrzeuge sind damit bereits unterwegs.

Als dritte Innovation nominierte die Jury die Entwicklungsleistung für einen neuen Wirkstoff, der bei mehreren Formen des lebensbedrohlichen Lungenhochdrucks wirkt. Die Patienten bilden zu wenig Stickstoffmonoxid, das wiederum ein gefäß-erweiterndes Enzym stimuliert. Fehlt dies, so steigt der Druck in den Lungenarterien, die Betroffenen leiden unter Atemnot. Forscher von Bayer Pharma in Wuppertal und der Justus-Liebig-Universität in Gießen gelang es, das Enzym unabhängig vom Stickstoffmonoxid anzuregen. Das Medikament mit dem Wirkstoff Riociguat ist in 50 Ländern zugelassen.

Bundespräsident Joachim Gauck verleiht die Auszeichnung am 2. Dezember in Berlin. Sie ist mit 250 000 Euro dotiert und gehört zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen in Deutschland.
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