Drogendealer zeigen sich vor Gericht teilweise geständig - Entscheidender Hinweis aus den ...
"Gras"-Vertrieb und schlagende Argumente

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Regensburg
23.03.2015
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Die sieben mutmaßlichen Hauptakteure eines mafiös operierenden Drogenrings haben sich am zweiten und dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Regensburg gesprächig gezeigt: Sie legten detaillierte Geständnisse zum Vorwurf des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln ab.

Zu den weiteren Vorwürfen - erpresserischer Menschenraub, räuberische Erpressung, Geiselnahme und Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung - wollen sich die beiden Hauptangeklagten nach Angaben ihrer Verteidiger erst im weiteren Verlauf des Prozesses äußern.

Ihrem Geständnis zufolge haben die Hauptangeklagten im Alter von 23 und 24 Jahren von 2012 bis 2014 in wechselnder Besetzung in rund 20 Fällen insgesamt rund 140 Kilo Marihuana bei einem Hintermann in Prag gekauft. Zusammen mit den Mitangeklagten verkauften sie das "Gras" an Großabnehmer weiter, unter anderem an Mitglieder einer Münchener Rockerbande. Ihr finanzieller Gewinn wird von der Staatsanwaltschaft auf etwa eine halbe Million Euro beziffert.

Auf die Schliche kam die Polizei der Bande im Herbst 2013, als sie einen 25-jährigen Rollerfahrer nach einer Verfolgungsfahrt verhörten. Der legte völlig ungefragt eine Lebensbeichte ab, nannte dabei auch die Namen der Angeklagten und gab die Struktur des Drogenrings preis. Daraufhin wurde dieser beobachtet, die Telefone der Angeklagten überwacht. Erst im April vergangenen Jahres schlugen die Beamten zu: Fünf führende Mitglieder der Bande kamen in Untersuchungshaft, zwei "kleinere Rädchen" blieben hingegen auf freiem Fuß.

Den weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu Folge hatte der Kopf der Bande zur Eintreibung offener Forderungen einen Boxer angeheuert. Vermeintlichen Verrätern gegenüber zeigten sie sich wenig zimperlich.

Auch der Rollerfahrer-Kurier war laut seiner Aussage bedroht worden. Er hatte für den Ring sieben Kilo Marihuana zwischengelagert, zwei Kilo waren ihm "abhanden gekommen". Zwei der Hauptangeklagten hätten dann von ihm mit Unterstützung des Boxers 14 000 Euro gefordert - die er aber nicht hatte. Mit der Drohung, er werde "beschattet und aus dem Weg geräumt, wenn es sein muss", hätten sie ihn genötigt, rund eineinhalb Kilo zu verkaufen, um damit den Schaden wieder gut zu machen.
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