"Ein Zeichen der Solidarität"

Lichter als Zeichen gegen die Verfolgung von Christen in Syrien und im Irak. Die Prozession am Freitagabend durch die Regensburger Innenstadt sollte als Gebet für Frieden verstanden werden. Insgesamt nahmen weit als 500 Personen, darunter auch Flüchtlinge, an der Prozession mit Bischof Rudolf Voderholzer (Mitte) teil. Bild: Brun
Archiv
Regensburg
11.10.2014
4
0

Gläubige beteten bei der Rosenkranz-Prozession in Regensburg für die verfolgten Christen in Syrien und im Irak. Bischof Rudolf Voderholzer hatte den traditionellen Zug durch die Innenstadt kurzerhand zum Friedensgebet erklärt.

Die Vertreibungen der Christen aus Krisenländern wie Syrien und dem Irak drohen jahrtausendealte christliche Kulturen zu zerstören. Aus diesem Anlass wurde die alljährlich im Oktober stattfindende Rosenkranz-Prozession durch die Regensburger Innenstadt auf Anregung von Bischof Rudolf Voderholzer am Freitag als Friedensgebet für die verfolgten Christen abgehalten. Hunderte Gläubige folgten der Einladung des Regensburger Oberhirten.

Gottesfürchtige vereinen

Sie fanden sich um 19 Uhr zunächst im Hohen Dom St. Peter ein, um gemeinsam den Rosenkranz für die Verfolgten und alle leidenden Menschen in den Krisengebieten zu beten. Bischof Rudolf warb über alle Religions- und Kulturgrenzen hinweg für eine "Koalition der Gottesfürchtigen". Der Bischof betonte, dass die grausamen Hinrichtungen durch Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" die Perversion von Religion, Gottesfurcht und Glaube seien. "Die Nachrichten, die uns erreichen, können uns nicht kalt lassen. Frauen und Kinder, schutzlose Menschen werden zum Teil in einer fürchterlichen Weise gequält."

Selbstverständlich müsse in politischer Hinsicht alles getan werden, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Die katholische Moraltheologie habe die bewaffnete Abwehr von Gefahren als Ultima Ratio nie ausgeschlossen. Verantwortlich eingesetzt seien Waffen aber nur dann, wenn der Moment der kurzen relativen Entspannung genutzt wird, um den Frieden voranzubringen, "mit dem Gebet, mit unserem klaren und laut vernehmbaren Bekenntnis zu den Verfolgten, Misshandelten und Ermordeten und mit unserer konkreten und spürbaren Solidarität".

Gleichzeitig plädierte der Regensburger Oberhirte für Verständnis gegenüber den Flüchtlingen: "Die Flüchtlinge sind unsere Nächsten. Sie leiden, sie sind verletzt, sie mussten Gewalt, Terror und Todesangst erdulden. Jeder Mensch guten Willens sollte bereit sein, ihnen zu helfen. Für Christen ist dies eine Selbstverständlichkeit", sagte der Bischof.

Im Anschluss an das Gebet bildeten die Gläubigen eine Prozession durch das nächtliche Regensburg, die vom Westportal des Domes über den Neupfarrplatz und die Gesandtenstraße zur Dominikanerkirche St. Blasius führte.

Singend und betend, mit Kerzen in den Händen, suchte sich die Prozession ihren Weg durch die abendliche Innenstadt, vorbei an vielen Passanten. In der Dominikanerkirche angelangt, zog die gesamte Prozession vor das Gnadenbild der Schutzmantelmadonna auf der linken Altarseite. Die spätgotische Darstellung der Gottesmutter zeigt Maria als ein junges Mädchen, die unter ihrem Mantel der Menschheit Schutz bietet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.