Eröffnungsgottesdienst der Landessynode in Regensburg
Noch Raum für Flüchtlinge

Im "Dom der Protestanten", der Dreieinigkeitskirche in Regensburg, begrüßte Hans Stiegler, Vizepräsident der Landessynode, von der Kanzel die Mitglieder des evangelischen Kirchenparlaments. Bild: gib
Archiv
Regensburg
24.11.2014
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Es war ein stimmungsvoller Empfang. In der erst vor kurzem aufwendig sanierten Dreieinigkeitskirche feierten die Teilnehmer der Landessynode, die bis 27. November in Regensburg tagt, am Sonntagabend einen Eröffnungsgottesdienst mit Musik und mahnenden Worten.

Eindrücklich wurde dabei auf die Hilfsbedürftigkeit der ankommenden Asylbewerber verwiesen. Traditionell steht bei der Herbst-Tagung der Landessynode der Evangelischen-Lutherischen Kirche der Haushalt im Mittelpunkt. "Wir werden mehr Geld als bisher einsetzen für alle, die ihre Heimat verloren haben und vor unserer Tür um Asyl bitten", kündigte der Ansbacher Dekan Hans Stiegler, Vizepräsident der Landessynode, in seiner Predigt an. "

Vergessen wir nicht, dass auch der Herr unserer Kirche, noch bevor er das Licht dieser Welt erblickte, keinen Raum in einer Herberge fand", erinnerte Stiegler die rund 300 Gottesdienstbesucher. "Wir haben trotz aller anerkennenswerten Bemühungen auch in Bayern noch Raum für Flüchtlinge."

Die Landessynode als Kirchenparlament könne nicht schweigen, wenn Christen verfolgt, schikaniert, bedroht, vertrieben oder sogar umgebracht werden, sagte Stiegler. In viel zu vielen Gegenden der Welt hätten in der jüngeren Vergangenheit die Glocken der Kirche aufgehört zu läuten, weil Christen aus Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat fliehen mussten. "Das darf nicht sein." Er forderte die Gläubigen am Ewigkeitssonntag auf, das Wissen um die Wiederkunft Jesu als Motor zum Glaubenszeugnis, zu einer praktischen Frömmigkeit zu nutzen.

Eine Million zum Jubiläum

Die Regensburger Kantorei und die Posaunenchöre des Dekanats gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Die Kollekte ging an das Orgelprojekt der Dreieinigkeitskirche: Bis zum Jubiläumsjahr 2017, in dem sich die Reformation zum 500. Mal jährt, soll für eine Million Euro eine neue Bach-Orgel angefertigt werden.

Nach dem Gottesdienst empfing Oberbürgermeister Joachim Wolbergs die Mitglieder der Landessynode im Historischen Reichssaal.

Weiter geht es am heutigen Montag mit dem Beginn der Plenumssitzung im Kolpinghaus, bei der neben Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel auch Heinrich Bedford-Strohm sprechen wird, Landesbischof und frisch gewählter Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Parlament der Kirche

Schwerpunkt der Synode ist der Beschluss über den Haushalt 2015. Außerdem werden die Mitglieder eine Änderung des Arbeitsrechtsregelungsgesetzes beschließen.

Insgesamt wird sich die Synode mit 24 Anträgen und Eingaben beschäftigen. Die Landessynode mit 108 Mitgliedern, darunter Pfarrer und Nicht-Ordinierte, ist als Kirchenparlament das oberste Entscheidungsorgan der evangelischen Landeskirche.
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