Ex-Mitstreiter zeigt Regensburgs OB wegen lockerer Diktion an - Offener Brief
Wolbergs sieht Klage gelassen

Joachim Wolbergs. Bild: dpa
Archiv
Regensburg
19.05.2015
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Obschon seit jeher "per Du" zeigt ein früherer Mitstreiter von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs letzteren wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung an: "Ich werde im Folgenden das ,Sie' verwenden, auch wenn wir uns aus der Zeit, in der ich im Kulturbereich des Studentenwerks arbeitete und Sie Vorstand des Mälze-Kulturvereins waren, duzen. Doch der Anlass scheint mir für das ,Du' unpassend", meint Kurt Raster, Mitglied der Initiative "Recht auf Stadt", der sich auf Äußerungen in einer Stadtratssitzung und in einem Interview bezieht.

Wolbergs hatte die Einwände des Vereins gegen die beabsichtigte Schließung eines Regensburger Alten- und Pflegeheims aus Kostengründen vor einer sonst anstehenden Millionen Euro teuren Sanierung abgetan und die Einwände als "Story vom Pferd" bezeichnet. Dagegen Rast: "Ich bin entsetzt über den Kulturverfall in dieser Stadt. Ich bin entsetzt darüber, wie mit dem abgegriffenstem Instrumentarium aus der Mottenkiste der Demagogen versucht wird, eine kritische Öffentlichkeit einzuschüchtern. (...) Zumal die Einwände zur beabsichtigten Schließung des Alten- und Pflegeheims St. Michael bislang nicht widerlegt werden konnten. So belaufen sich die Kosten für den notwendigen Brandschutz, wie von uns und Angehörigen der Bewohnern schon länger vermutet, lediglich auf 150 000 Euro. Nach wie vor bleibt die Stadt die Antwort darauf schuldig, wie viele der angeführten 15 Millionen Euro Sanierungskosten auch bei anderer Nutzung, beispielsweise als Hotel, aufgebracht werden müssten."

Die Antwort des Oberbürgermeisters kam prompt: "Die Anschuldigungen von Kurt Raster kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich habe während der Stadtratssitzung meine Position deutlich gemacht, warum wir das Michlstift schließen müssen. Gerade mir zu unterstellen, dass ich wirtschaftliches Interesse über das Wohl älterer Mitbürger stelle, ist absolut absurd. Vor allem da mich dieses Thema auch emotional berührt."

Und weiter: "Natürlich steht es in einem Rechtsstaat jedermann frei, eine Anzeige zu erstatten. In diesem Fall warte ich die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens jedoch mit sehr großer Gelassenheit ab. Außerdem bleibe ich dabei, dass ich vor dem Hintergrund der Einlassungen von Herrn Raster ihn und seine Aktivitäten nicht sehr ernst nehmen kann."
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