Ex-Postbote wegen mehrfacher Brandstiftung verurteilt: Haft und Psychiatrie
Feuerteufel muss büßen

Hochwertige Autos zündete ein 47-Jähriger im vergangenen Jahr wiederholt an. Nun wurde er für seine Taten verurteilt. Archivbild: wbr
Archiv
Regensburg
14.10.2014
10
0
Nach 18 Verhandlungstagen verurteilte die 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richterin Dr. Bettina Mielke am Montag einen 47-Jährigen ehemaligen Postboten aus dem Kreis Regensburg zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Damit blieben die Richter ein Jahr unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Dem Mann war achtfache vorsätzliche Brandstiftung, davon drei Fälle mit Sachbeschädigung, und vier Fälle der schweren Brandstiftung vorgeworfen worden. In einem Fall wurde der Angeklagte freigesprochen. Die Richter ordneten außerdem die Unterbringung des 47-Jährigen auf unbestimmte Zeit in der Psychiatrie an. Sein Verteidiger, der auf Freispruch plädiert hatte, kündigte Revision gegen das Urteil an.

Der Angeklagte hatte bei seinen polizeilichen Vernehmungen und auch während des Prozesses geschwiegen. Deshalb mussten vor Gericht eine Vielzahl von Zeugen, Sachverständige und vier Experten für Personensuchhunde gehört werden. Am Ende zeigte sich die Strafkammer davon überzeugt, dass der Angeklagte von Januar bis April 2013 in Regensburg, Pentling und Bad Abbach mindestens acht teure Pkw in Brand gesteckt hat. In drei Fällen wurden auch die Carports in Mitleidenschaft gezogen. In vier Fällen bestand zudem die Gefahr, dass das Feuer auch auf Wohngebäude übergreift. Der Gesamtschaden belief sich auf weit über 300 000 Euro. In Verdacht geraten war der Angeklagte, als er unmittelbar nach einem Brand nachts bei strömendem Regen von der Polizei angehalten wurde.

In den Vernehmungen äußerte der Angeklagte den Ermittlern gegenüber: "Ich stehe nicht auf derselben Seite, ich bin der Gute - ich stehe im Krieg mit der Gesellschaft." Mitgeschnittene Telefongespräche mit seiner Schwester ließen bei der Strafkammer den Schluss zu, dass er dieser gegenüber indirekt ein Geständnis abgelegt hat.

Breiten Raum während der Beweisaufnahme nahm auch der Einsatz von Personensuchhunden, sogenannten Maintrailern, ein. Auf einer Strecke zwischen zwei Brandherden, die in der gleichen Nacht gelegt wurden, konnten vier der Suchhunde die Spur des Angeklagten aufnehmen. Die Arbeitsweise ließen sich die Richter von vier unabhängigen Experten erklären.
Weitere Beiträge zu den Themen: Themen des Tages (14863)Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.