Frühstück mit Ministerin

Kaffee gibt es beim "Betreuten Frühstück" an der Grundschule am Sallerner Berg in Regensburg nur für erwachsene Besucher. Deshalb bekam Familienministerin Emilia Müller am Mittwoch ein Haferl, während die Kinder ihren Saft tranken. Bild: ehi
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Regensburg
15.10.2015
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Blerina isst morgens am liebsten eine Semmel mit Salami, Käse und Gurke. Agnesa, die neben ihr sitzt, bevorzugt eine Kombination aus Brot, Käse, Frischkäse und Butter. Am Mittwoch hatten die beiden Grundschülerinnen beim Frühstück prominenten Besuch.

Die Mädchen sitzen im Essraum der Grundschule am Sallerner Berg und lassen es sich schmecken. Die Schule nimmt am dreijährigen Modellprojekt "Betreutes Frühstück" teil, bei dem die Kinder vor dem Unterricht gemeinsam frühstücken können. "Gerade für Kinder im Grundschulalter ist das Frühstück eine wichtige Voraussetzung, um optimal in den Schultag zu starten", betont Familienministerin Emilia Müller (CSU) den Hintergedanken der Aktion. Gemeinsam mit der Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, ist sie beim Frühstück der Schüler zu Gast.

Eine von 36 Modellschulen

Die Regensburger Grundschule ist eine von derzeit 36 Schulen in der Oberpfalz und Oberfranken, in denen das betreute Frühstück von der Initiative "Denkbar Schulfrühstück" des BLLV und der Bayerischen Staatsregierung angeboten wird. Gestartet ist die Aktion im Schuljahr 2014/2015, bayernweit nehmen bis zu 120 Grund- und Förderschulen an dem Modellprojekt teil. Jedes Frühstück wird von der Staatsregierung mit 1,50 Euro subventioniert. Insgesamt gibt der Freistaat Bayern pro Jahr zwei Millionen Euro dafür aus.

"Wir sehen, dass die Notwendigkeit da ist", sagt die Ministerin, denn es gebe viele Gründe, warum ein Kind morgens nichts isst. "Sie wollen nicht, sie haben keine Zeit, manchmal sind es auch finanzielle oder psychische Gründe", so Müller. Mit dem betreuten Frühstück biete die Schule den Kindern die Möglichkeit in entspannter Atmosphäre gemeinsam etwas zu essen. "Kinder können sich besser konzentrieren, wenn ihr Magen nicht knurrt. Es fehlt ihnen dann oft die Energie, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen."

Organisiert wird die Frühstücksausgabe von ehrenamtlichen Helfern - im Falle der Grundschule am Sallerner Berg wird alles durch einen Förderverein organisiert. An einem kleinen Büfett werden frisch belegte Brote, Semmeln oder auch Müsli an die Kinder ausgegeben. Die Ehrenamtlichen sind aber mehr als nur Frühstückshelfer. "Sie sind wichtige und zuverlässige Ansprechpartner für die Kinder, mit denen sie reden können, die sich auch ihrer Sorgen annehmen", erklärt die Familienministerin.

Mysteriöse Melone

"Unser Frühstücksangebot ist für alle Kinder offen", erklärt die Schulrektorin Uta Penzkofer das Konzept. "Es gibt keine Anmeldung, jedes Kind kann vorbeikommen und mitessen - egal aus welchem Grund." Denn die Kinder hätten nicht nur die Möglichkeit, etwas zu essen, sondern lernten auch das eine oder andere über gesunde Ernährung.

So wie der junge Mann, dem BLLV-Präsidentin Fleischmann, an der Essensausgabe begegnet ist: "Er wusste nicht, wie die Frucht heißt. Es war eine Honigmelone." Nachdem der Junge ein Stück probiert habe, wollte er gleich mehr. "Den Namen der Frucht wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen", sagt sie schmunzelnd.
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