Helden am Himmel

"Christoph Regensburg" ist immer einsatzbereit - selbst während der Feierlichkeiten zu 20 Jahre Einsätzen in der Luftrettung. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
27.09.2014
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Regensburger Luftretter helfen seit 20 Jahren Menschen in Notsituationen. Wie schnell es im Ernstfall gehen muss, konnten die Gäste des Jubiläumsfests am Freitag hautnah erleben.

Während der Feierstunde zu "20 Jahre Luftrettung an der Station Regensburg" piepste es auf einmal, Pilot und Rettungskräfte liefen los, eine Minute später war Hubschrauber "Christoph Regensburg" in der Luft. Seit 20 Jahren ist in Regensburg ein Hubschrauber der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) im Einsatz.

Im Umkreis von 50 Kilometern transportiert er Notfall-Patienten, nachts ist er für ganz Ostbayern zuständig. Bei der Verlegung von Intensivpatienten geht es auch über die Grenzen des Freistaats hinaus. 6 Piloten, 19 Notärzte und 12 Rettungsassistenten gehören zum Team, das rund um die Uhr in Bereitschaft ist.

Anfangs nur Container

An die bescheidenen Anfänge erinnerte DRF-Vorstand Hans Jörg Eyrich. Die Luftrettung Regensburg war 1994 in Containern gestartet. 2008 entstanden mit dem Bau von Hangar, Funktions- und Sozialräumen neben dem Uniklinikum optimale Arbeitsbedingungen. Eyrich betonte die Bedeutung der Kooperation mit Ärzten, Pflegern und den Rettungskräften anderer Organisationen. "Hand in Hand zum Wohle der Patienten", laute die Devise. Eyrich verwies auf einen Fall im Juni dieses Jahres, als eine Frau beim Klettern auf Felsen neben der Donau abgestürzt war. Der Rettungshubschrauber landete damals im Donaukies, die Kollegen von der Wasserwacht brachten das Rettungsteam per Boot zu der Verletzten.

1282 Mal war "Christoph Regensburg" im vergangenen Jahr im Einsatz. "Er wird also gebraucht", stellte Eyrich fest. Der Hubschrauber bleibe auch in Zukunft das schnellste Rettungsmittel. Sorgen bereitet Eyrich die "zunehmende Bürokratie, stark beeinflusst von der EU", die die Kosten für die Luftrettung in die Höhe treiben würde. Jährlich gebe es harte Verhandlungen mit den Krankenkassen über die angemessene Höhe des Flugminutenpreises.

Der Regensburger Rettungshubschrauber war 1994 der 11. im Freistaat, mittlerweile gibt es 14. "In Bayern fliegen mehr Rettungshubschrauber als in jedem anderen Bundesland", sagte Christian Ebersperger, Ministerialrat im Bayerischen Innenministerium. 2013 seien auf 100 000 Einwohner im Freistaat 152 Einsätze gekommen, der Bundesdurchschnitt liege bei 120 Einsätzen. Das zeige, dass Bayern als Flächenland besonders auf die Dienste der Luftretter angewiesen ist.

Auch Landrätin Tanja Schweiger betonte die Bedeutung des Hubschraubers für den ländlichen Raum. In 20 Jahren hätten die Luftretter über 20 000 Menschen geholfen. Das Uniklinikum Regensburg, das den Patienten eine maximale medizinische Versorgung bietet, sei für die Luftrettungsstation der optimale Standort.
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