Keine Heimat für Otto

Leguan Otto gehörte zu den Stars des Zoos. Bild: Ferstl/Stadt Regensburg
Archiv
Regensburg
15.06.2015
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Der Reptilien-Zoo in Burgweinting hatte Kult-Charakter. Seit März diesen Jahres ist er geschlossen. Die Suche nach einer Nachfolge-Lösung entpuppt sich als zähe Kiste.

Es scheint keinen passenden Ort für den Reptilienzoo zugeben. Anders kann sich Dr. Hermann Hage, der städtische Referent für Bildung, Sport und Freizeit, die ausbleibenden Immobilienangebote nicht erklären. Seit seiner Schließung im März suchen Stadt und Trägerverein nach einer neuen Bleibe für den Zoo - mit wenig Erfolg.

Schwierige Immobilienlage

"Wir haben viel versucht, Verbindungen aufgebaut und zahlreiche Gespräche geführt, aber es tut sich nichts", beschreibt Hage die Situation. Bisher sei bei der Stadt kein einziges Angebot eingegangen. Zurückzuführen sei das vermutlich auf die momentan allgemein schwierige Immobilienlage in der Stadt. "Bei uns gibt es einfach keine passenden Hallen", sagt Hage mit Blick auf andere Städte, wo solche Reptilienzoos in großen Industriehallen untergebracht sind. Ein passendes Gebäude sollte innen bestenfalls bis zu 3000 Quadratmeter und außen bis zu 1000 Quadratmeter Platz bieten, einigermaßen zentral liegen und verkehrstechnisch gut erreichbar sein. "Von städtischer Seite würden wir den Zoo sehr gerne erhalten, ohne ein geeignetes Objekt ist das aber nicht möglich", betont Hage.

Ein weiteres Problem sei die finanzielle und personelle Situation des Trägers. In beiderlei Hinsicht sei für den Verein für Herpetologie eine Fortführung des Zoos derzeit schwierig. Es fehle an einer passenden Finanzierungsidee "Wir hatten einen kurzen Hype in der Bevölkerung. Schade, dass dieser nun wieder zurückgeht", ergänzt der Bildungsreferent. Im Falle einer Neueröffnung sei die Stadt aber weiterhin zu einer Unterstützung bereit.

Markus Schmidbauer, der Vorsitzende des Vereins für Herpetologie, hat den Reptilienzoo ebenfalls noch nicht zu den Akten gelegt. Er sei noch optimistisch, betont er. Allerdings befinde er sich derzeit beruflich im Ausland und könne sich nur sehr schwer um die Belange des Zoos kümmern.

Nach Schmidbauers Aussage, sind mittlerweile viele der 141 Zootiere abgegeben worden. Zum Teil an erfahrene Privatpersonen, zum Teil an die Auffangstation für Reptilien in München. Vor allem seltene Tiere können aber im Falle einer Neueröffnung zurückgeholt werden. Einige der Reptilien befinden sich auch noch im alten Gebäude in Burgweinting. Darunter auch Leguan Otto, das Maskottchen des Zoos. "Wir suchen für ihn schon einen Platz, der seiner Bedeutung würdig ist", sagt Schmidbauer.

Der Tod des Zooleiters

Der Regensburger Reptilienzoo musste Ende März nach insgesamt 37 Jahren endgültig schließen. Grund war zum einen der Tod von Zooleiter Alexander Stromski und damit zusammenhängende personelle Schwierigkeiten, zum anderen große finanzielle Probleme und ein marodes Gebäude. Ursprünglich war der letzte Öffnungstag bereits für Januar geplant. Die Stadt Regensburg half allerdings kurzfristig finanziell aus und ermöglichte dadurch eine Verlängerung.
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