Mehr Raum für Behandlungen

Gemeinsam mit zahlreichen Vertretern aus Politik und Gesellschaft gab Gesundheitsministerin Melanie Huml den Startschuss für das neue Kinder- und Jugendpsychiatrie. Bild: Hinterberger
Archiv
Regensburg
05.06.2015
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Mehr psychisch Kranke, aber zu wenig Behandlungsmöglichkeiten. Mit einem neuen Gebäude in Regensburg wollen die Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) Abhilfe schaffen. Aber auch für Amberg und Weiden haben sie Pläne.

Der Anfang ist gemacht: Gesundheitsministerin Melanie Huml setzte gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler, medbo-Vorstand Kurt Häupl sowie weiteren Vertretern aus Politik und Gesellschaft den Spatenstich zur Erweiterung der Regensburger Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Bedarf an solchen Einrichtungen sei seit Jahren kontinuierlich gestiegen, betonte Huml in ihrer Rede.

Bis Ende 2016 soll neben der bestehenden medbo-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJP) am Regensburger Bezirksklinikum ein neues Gebäude entstehen. Mit drei Stationen und 40 Betten wird es für den stationären Aufenthalt zukünftig zwölf Betten mehr geben als bisher. Das bisherige Gebäude wird danach für den Tagesklinikbereich umgebaut und optimiert. Dadurch entstehen noch einmal acht weitere und somit insgesamt 22 Therapieplätze.

Frühzeitig behandeln

"Psychische Erkrankungen spielen bereits im Kindes- und Jugendalter eine erhebliche Rolle. Wichtig ist in diesen Fällen eine frühzeitige und qualifizierte Behandlung", erklärte Huml. Werden solche Störungen nicht rechtzeitig erkannt, setze sich die Krankengeschichte oft im Erwachsenenalter fort. "Bei circa der Hälfte aller Erwachsenen mit psychischen Störungen treten die ersten Symptome bereits vor dem 14. Lebensjahr auf", betonte die Ministerin. Mit einer zunehmenden Zahl an schwer traumatisierten Flüchtlingskindern stehe die Klinik außerdem vor neuen Herausforderungen. Allgemein habe sich in den vergangenen Jahren sowohl die Zahl der stationären, als auch der teilstationären und ambulanten Patienten teilweise mehr als verdoppelt, erklärte Löffler. Gerade in der mittleren und nördlichen Oberpfalz gebe es allerdings eine Unterversorgung im Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hilfe biete hier vor allem die medbo, da es außerhalb von Neumarkt und Regensburg an niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern fehle.

Um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, plant medbo weitere Investitionen in Weiden und Amberg. So soll in Weiden eine neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit insgesamt 32 Betten entstehen. Das bestehende tagesklinische KJP-Angebot soll um sechs Plätze erweitert werden. In Amberg ist für 2016 der Neubau einer Tagesklinik mit zwölf Plätzen geplant. Bayernweit gibt es derzeit in 34 Einrichtungen 618 Betten und 422 tagesklinische Plätze,
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