Menschen in sozialen Berufen besonders gefährdet - Bayernweites Führungskräfte-Projekt
Burnout vermeiden

Führungskräfte aus dem Sozialwesen bei der Abschlusskonferenz des bayernweiten Projekts "Gesund Führen" in Regensburg. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
14.10.2014
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Pflegekräfte haben genaue Vorgaben, wie lange ihre Handgriffe dauern dürfen. Doch wenn ein demenzkranker Bewohner erst einmal dazu überredet werden muss, dass er sich die Haare kämmen lässt, kostet das Zeit und Nerven. Das Risiko, an einem Burnout zu erkranken, ist in der Sozialwirtschaft nicht umsonst hoch. Die Chefs der Branche wollen dem nun gegensteuern.

Auch an sich denken

Die Freie Wohlfahrtspflege in Bayern, bestehend aus sieben Verbänden von Caritas bis Rotes Kreuz, hat ein Projekt ins Leben gerufen, das leitende Angestellte im "gesunden Führen" schult. 130 Männer und Frauen wurden bayernweit in den vergangenen zwei Jahren "für besondere Achtsamkeit und Prävention" qualifiziert. Sie sollen nun die Idee, als Arbeitnehmer im Gesundheits- und Sozialwesen nicht immer nur an andere, sondern auch an sich selbst zu denken, in die Breite tragen.

Der Impuls für das von der EU geförderte Projekt kam von den Führungskräften selbst, erzählte Projektleiterin Christa Schüßler am Donnerstag bei der Abschlusskonferenz in Regensburg. "Wir müssen etwas tun, damit nicht immer mehr unserer Leute ausbrennen", lautete die Forderung. "Oft können es schon kleine Dinge sein, die die Arbeit erleichtern", erklärte Schüßler.

Angesichts des demografischen Wandels müssten die Einrichtungen zudem dafür sorgen, dass auch ältere Mitarbeiter ihrer Arbeit nachgehen können - mit einem altersgerechten Dienstplan - und nicht auf Abruf bereit stehen zu müssen.
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