Neue Beratungsstelle für Zwangsprostituierte - Katholikentag spendet 90 000 Euro
Kollekte als Starthilfe

Generalvikar Michael Fuchs, Magdalena Bogner (Katholikentags-Leitung), Schwester Lea Ackermann, Gabriele Zinkl und Bischof Voderholzer (von links) bei der Scheckübergabe. Bild: Gibbs
Archiv
Regensburg
31.10.2014
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In der Oberpfalz soll bis 2015 eine Beratungs- und Anlaufstelle für Opfer von Zwangsprostitution entstehen. Die Anfangsfinanzierung stammt aus der Kollekte des Katholikentags in Regensburg. Die Startbedingungen könnten nicht besser sein, betonen alle Beteiligten.

Rund 50 000 Euro kamen bei der Kollekte zusammen, weitere 40 000 Euro setzte das Bistum Regensburg oben drauf. Die beiden Schecks nahm am Mittwoch Schwester Lea Ackermann, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Solwodi ("solidarity with women in distress" - "Solidarität mit Frauen in Not"), im Diözesanzentrum Obermünster entgegen. Ackermann wird in der Oberpfalz die deutschlandweit 17. Solwodi-Beratungsstelle einrichten. In Bayern gibt es bislang Stellen in Passau, München, Augsburg und Bad Kissingen.

Wo die Einrichtung entstehen soll, ist noch nicht klar, favorisiert wird Regensburg. "Wir müssen diesen Frauen, die so verzweifelt sind, eine Chance geben, ihr Leben zu gestalten", sagte Ackermann. Bischof Rudolf Voderholzer betonte, man wolle erreichen, dass der Katholikentag eine nachhaltige Wirkung erzielt. Die Katholikentags-Leitung hatte beschlossen, das Projekt mit Blick auf die bedrückende Situation der Zwangsprostituierten in der Grenzregion zu fördern.

Entscheidender Tropfen

Das in der Region eine Stelle entstehen soll, geht auf einen Vorschlag des Arbeitskreises "Menschenhandel und Zwangsprostitution" des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) in Regensburg zurück. "Auch wenn manchen diese Initiative angesichts der kriminellen Energien wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen mag, kann genau dieser Tropfen für ein Opfer die letzte Rettung sein", betonte Gabriele Zinkl vom KDFB-Bundesvorstand.
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