Oberpfälzer Politiker stehen hinter Weiterbau der B15 neu - Wichtig für Wirtschaft
Froh über Seehofers Kehrtwende

Die Bundesstraße 15 neu ist zwischen Regensburg und Landshut weitgehend fertig. Weiter südlich gibt es aber heftige Diskussionen über den Trassenverlauf. Bild: nt/az
Archiv
Regensburg
21.02.2015
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Es ist ein Straßenprojekt, das die Staatsregierung bereits seit Jahrzehnten beschäftigt. Ende Januar hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Weiterbau der umstrittenen "Bundesstraße 15 neu" zwischen Landshut und Rosenheim mit einer Kehrtwende vor dem Aus bewahrt. Oberpfälzer Politiker freuen sich parteiübergreifend darüber. "Ich begrüße, dass der Bau weiter verfolgt wird", sagte die Weidener Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD) am Freitag auf Anfrage.

Bei der Strecke handle es sich um eine wichtige Verbindung Richtung Österreich. Mit Blick auf Proteste erinnerte Karl, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Infrastruktur des Landtags, an die A 6 und A 93, die ebenfalls nicht unumstritten gewesen seien. "Heute sehen wir, wie wichtig diese Straßen in der Nordoberpfalz sind." Es liege nun an der Politik, eine möglichst verträgliche Trasse für die B15 neu zu finden. "Das ist ein großartiger Erfolg für Regensburg und ganz Ostbayern", erklärten die Regensburger CSU-Landtagsabgeordneten Franz Rieger und Sylvia Stierstorfer. "Wirtschaft und Pendler brauchen diese leistungsfähige Verkehrstrasse."

Eine vierspurige Nord-Süd-Verbindung von Regensburg bis Rosenheim schaffen: Diese Idee gab es bereits in den 1970er Jahren. Doch die 1977 geplante Trasse zwischen Landshut und Rosenheim wurde verworfen, weil sie durch besonders schützenswerte FFH-Gebiete verlaufen würde. Doch selbst Alternativrouten waren nicht konsensfähig. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte deshalb am 19. Januar im Kabinett überraschend das Aus für den Weiterbau verkündet.

Derzeit endet die B15 neu, die bei Saalhaupt von der A 93 abzweigt, 20 Kilometer vor Landshut bei Ergoldsbach. Weitere neun Kilometer bis Essenbach sind im Bau. Während Anwohner und Naturschützer über das abrupte Ende der weiteren Planungen jubeln, war das Entsetzen in Wirtschaftskreisen groß. In einem Brandbrief an Seehofer forderten die Präsidenten der Industrie- und Handelskammern Oberpfalz, Niederbayern und Oberbayern, das Straßenprojekt weiterzuverfolgen.

"Wichtiges Projekt"

Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit Ostbayerns langfristig gesichert werden. "Aus Sicht der Wirtschaft gehört die B15 neu zu den wichtigsten Straßeninfrastrukturprojekten in Bayern", schrieben die IHK-Präsidenten. Der Protest verfehlte seine Wirkung nicht. Nicht einmal zwei Wochen später gab Seehofer doch grünes Licht für weitere Planungen. Am 30. Januar erklärte die Bayerische Staatskanzlei, dass zwei alternative Trassen "für eine ergebnisoffene und gleichgewichtige Bewertung" zum Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet werden sollen.
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