Oberpfälzer Polizei warnt vor "Legal High"
Lebensgefährliche Kräutermischungen

Immer häufiger werden Kräutermischungen als Cannabis-Ersatz geraucht. Bild: dpa
Archiv
Regensburg
09.03.2015
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(nt/az) Getäuscht durch die irreführende und verharmlosende Bezeichnung "Legal High" beschaffen sich auch in der Oberpfalz immer mehr, vorwiegend junge Menschen, "Kräutermischungen", "Badesalze" oder "Reiniger" mit dem Ziel, sich zu berauschen. Dies wird aus einer nun veröffentlichten Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz deutlich.

Die gesundheitlichen Folgen und strafrechtlichen Konsequenzen von Konsum oder Weitergabe sind unvorhersehbar. Die Polizeiinspektion Weiden berichtete anschaulich über einen Fall im Januar, in dem ein junger Mann offensichtlich eine Kräutermischung konsumierte: Demnach hat "der 21-Jährige völlig die Kontrolle über seinen Körper verloren. Er musste erbrechen, hatte unkontrollierten Speichelfluss und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Bei einem Sturz erlitt er zudem Schnittverletzungen. Eine Artikulation war nicht mehr möglich. Sichtbar weggetreten konnte er nur Brumm- und Stöhnlaute von sich geben".

Noch keine Statistik

Belastbare Zahlen über Konsumenten dieser Produkte in Form einer Kriminalstatistik liegen beim Polizeipräsidium Oberpfalz nicht vor. Allerdings stellen die Fachkommissariate in Amberg, Regensburg und Weiden steigende Zahlen und erhebliche gesundheitliche Folgen bei den Betroffenen fest.

Besorgt zeigt sich der Leiter des Fachkommissariates in Amberg über die Entwicklung im laufenden Jahr. In den ersten beiden Monaten bedurften fünf Personen, darunter zwei weibliche Jugendliche, nach dem Konsum intensiver, stationärer medizinischer Versorgung. In Regensburg sorgten Anfang Februar zwei Vorfälle für Aufsehen. Am Hauptbahnhof und in der Justizvollzugsanstalt rauchten mehrere Personen "Legal High", was massive Vergiftungserscheinungen auslöste. Die Folge waren mehrtägige Klinikaufenthalte und Ermittlungen der Kripo. In Weiden berichtet der Kommissariatsleiter von 17 Geschädigten, die 2014 medizinisch versorgt werden mussten.

Ob Legal"-Substanzen auch aus rechtlicher Sicht so zu bewerten sind, ist eine Frage der Inhaltsstoffe, die sehr stark variieren und für die Beteiligten oft unbekannt sind. Dies birgt nicht nur gesundheitlich ein hohes Risiko. Der Strafrahmen des einschlägig angewandten Betäubungsmittelgesetzes reicht dabei von einer möglichen Geldstrafe bis hin zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.
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