Parkinson-Krankheit: Regionalbischof Hans-Martin Weiss tritt kürzer
"Brauche mehr Luft"

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss. Bild: Huber
Archiv
Regensburg
03.03.2015
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Der Regensburger evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss lebt seit vier Jahren mit Parkinson. Trotz der Erkrankung könne er weiter recht gut leben und arbeiten. Ärzte und Therapeuten hätten ihm bestätigt, dass die Krankheit bei ihm stagniere, sagte der gebürtige Sulzbach-Rosenberger. "Doch die Therapien sind manchmal anstrengend und hart." Er brauche jetzt "mehr Luft".

Nur noch drei Ehrenämter

Zum 1. März hat er einige Ehrenämter innerhalb der Kirche aufgegeben, die er teilweise seit vielen Jahren innehatte. Sein Amt als Regionalbischof im Kirchenkreis werde er weiter uneingeschränkt ausüben, betonte er. "Vier Ehrenämter stoße ich ab, drei behalte ich", sagte Weiss. Er bleibt Mitglied der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, Obmann des Spruchausschusses der bayerischen Landeskirche sowie Sprecher der Oberkirchenrätinnen und Oberkirchenräte in den Kirchenkreisen der Landeskirche.

Als Regionalbischof, dessen Amtszeit vor zwei Jahren um weitere zehn Jahre verlängert worden war, sei er weiter gefordert, sagte Weiss. Spekulationen, er ziehe sich langsam zurück, lässt er nicht gelten. Das gelte für administrative Aufgaben wie für die geistliche Arbeit: "Wenn ich auf der Kanzel stehe, brennt mein Feuer mehr denn je", sagte er. Um Predigten fertigzustellen, nutze er gern eine Spracherkennungssoftware: "Die ist inzwischen richtig gut" und rege an, mit Sprache anders umzugehen. Man höre gleich, wie Worte klingen.

Manches dauert länger

Die Tage verbringe er mit der Parkinson-Krankheit "ganz normal" wie viele andere auch. Manche Dinge dauerten nur länger: Anziehen zum Beispiel. Der häusliche Alltag verlange ihm und seiner Frau gewisse Herausforderungen ab: vor allem Geduld und Verständnis.
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