Promenade mit Fisch

Promenade
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Regensburg
04.10.2014
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Jahrzehntelang diente der Regensburger Donaumarkt als schnöder Parkplatz. Bis 2018 soll dort nicht nur das vom Freistaat geplante Museum der Bayerischen Geschichte entstehen, sondern auch eine schicke Flaniermeile - mit einem tierischen Wahrzeichen.

Regensburg soll eine Promenade an der Donau bekommen, an der sowohl Einheimische als auch Besucher und Touristen entlang schlendern, den Blick auf den Fluss und auf die Altstadt genießen können. Die Stadt lässt sich das einiges kosten: 13,1 Millionen Euro sind für die Umgestaltung des Donaumarkts eingeplant. Der Stadtrat hat für die Planungen in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Den Plänen zufolge soll die bestehende Kaimauer erhalten bleiben. Sie wird saniert, um eine "optisch zufriedenstellende und verkehrssichere" Lösung zu erhalten.

Von der Eisernen Brücke ist eine Abfahrtsrampe zur Donaulände geplant: Lieferfahrzeuge und Reisebusse können so die anliegenden Passagierschiffe anfahren, auch Radler haben Zugang. Parallel zur Rampe entsteht eine Treppe für Fußgänger. In diesem Bereich liegen Reste der historischen Stadtmauer, die laut Stadt so weit wie möglich erhalten bleiben sollen.

Flossenbürger Granit

Der Uferweg wird auf 13 Meter verbreitert und durchgehend befestigt. Die Planer achten auf den regionalen Faktor: Die Platzfläche wird komplett mit Flossenbürger Granit belegt. Gegliedert wird der Platz durch Entwässerungsrinnen und eine doppelte Baumreihe. Die Entscheidung fiel nicht auf Kaiserlinden wie am nebenan liegenden Marc-Aurel-Ufer, sondern auf Platanen. Der Mehltau der Kaiserlinde würde eine Nutzung der gepflasterten Fläche unter den Bäumen beeinträchtigen, heißt es von der Stadt.

Eine riesiger Waller

Beleuchtet werden soll die Promenade durch variabel bestückbare, schlichte und moderne Mastleuchten, in doppelter Reihe entlang den Bäumen gesetzt. Mit der Planung ist dasselbe Büro beauftragt, das auch die Lichtgestaltung des Museums der Bayerischen Geschichte übernimmt. Wichtig war den Planern der Aspekt der Barrierefreiheit. Unter anderem wurde ein ebener Pflasterbelag mit gebundenen Fugen gewählt.

Blickfang auf der Flaniermeile wird die Skulptur eines riesigen, goldenen Wallers auf der großen Freitreppe vor dem Museum sein. In einem Wettbewerb wurde der Entwurf des Berliner Künstlerduos Cisca Bogman und Oliver Störmer, das unter dem Namen "Stöbo" auftritt, aus sieben Arbeiten ausgewählt. Die Jury würdigte insbesondere "den besonderen Bezug der Fisch-Skulptur zur Donau, die eine Landmarke und einen Orientierungspunkt für die Besucher schafft".

Die Bronzeskulptur besitzt nach Auffassung der Jury "das Potenzial, an diesem Ort Identifikation für die Regensburger und ihre Besucher zu stiften". Das Weidener Architekturbüro 2G-Architekten, Sebastian Grundler und Martin Gebhardt, führte das Wettbewerbsmanagement für den Kunst-am-Bau-Wettbewerb für den Donaumarkt durch.
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