Prozessauftakt: Angeklagter bestreitet Mordvorwurf - Ex-Freundin erstochen
Tötung, aber kein Mord

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Regensburg
20.11.2014
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Jahrelang lebt ein Paar friedlich mit seinen sechs Hunden in Niederbayern. Als die Frau sich trennen will, schlägt der Mann zu. Trotz eines Kontaktverbots schleicht er sich später an das Haus an und ersticht seine Ex-Freundin. Den Mordvorwurf bestreitet er.

Zum Auftakt seines Prozesses hat ein 58 Jahre alter Mann zugegeben, seine Ex-Freundin in Niederbayern erstochen zu haben. Den Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft bestritt er jedoch am Mittwoch vor dem Landgericht in Regensburg.

Er habe die 53-Jährige Mitte Mai zur Rede stellen wollen, gab der Zimmerer aus Bogen zu Protokoll. Dabei habe er sich nachts an das Haus angeschlichen, die Terrassentür eingeschlagen und ein Messer von dem Kaminsims genommen.

Als ihn die Frau entdeckte, habe sie ihm gesagt, dass sie ihn nicht mehr haben wolle und die Polizei rufen werde. Sie sei dann ins Schlafzimmer gerannt und habe nach ihrem Handy gegriffen. "Dann ist es passiert, dann habe ich zugestochen", sagte der Angeklagte. Die Verteidigung geht von Totschlag aus, weil keine Mordabsicht vorgelegen habe. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch von einem heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen und zur Verdeckung einer Straftat überzeugt.

Suizid-Versuch

Nach der Tat habe er damals versucht, sich zu erhängen. Als er die Schlinge bereits um den Hals gelegt hatte, habe er seine Schwester angerufen und ihr die Tat geschildert. Dann habe er die Polizei alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Beamten aber bereits auf der Suche nach dem Zimmerer. "Als ich die Autos hörte, wusste ich, dass es die Polizei ist und bin gesprungen", sagte der Mann mit tränenerstickter Stimme. Die Beamten schnitten den Bewusstlosen los.

Handfester Streit

Jahrelang hatte das Paar in dem Haus in Bogen mit seinen sechs großen Hunden gelebt. Wenige Tage vor der Bluttat hatte sich die Frau jedoch trennen wollen. Dabei war es auch zu einem Streit gekommen, in dessen Zuge der Angeklagte seine Ex-Freundin geschlagen haben soll. Ein Gericht hatte deswegen ein Kontaktverbot verfügt. Nur wenige Stunden nachdem der Gerichtsvollzieher dem Mann den Beschluss übergab, kam es zu der tödlichen Attacke.

Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt. Mit einem Urteil wird noch vor Weihnachten gerechnet.
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